Wirtschaft

Wärmepumpen-Boom: Anteil in Neubauten verdoppelt

Boom bei Wärmepumpen: In Neubauten fast Standard – doch warum regieren in alten Häusern weiter Öl und Gas?

10.06.2026, 08:37 Uhr

Wärmepumpen prägen den Neubau in Deutschland

In Deutschland werden neue Wohnhäuser immer häufiger mit Wärmepumpen ausgestattet. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts nutzten 73,6 Prozent der rund 58.900 im Jahr 2025 fertiggestellten Wohngebäude diese Technik als wichtigste Heizquelle.

Vor zehn Jahren war der Anteil noch deutlich geringer: 2015 setzten erst gut 31 Prozent der damals etwa 105.600 neu errichteten Wohngebäude vorrangig auf Wärmepumpen. Die Systeme gewinnen ihre Energie aus Erd- und Umweltwärme und zählen damit zu den erneuerbaren Heizformen.

Erneuerbare Energien in den meisten Neubauten

Besonders verbreitet sind Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern. Dort kamen sie laut Statistik in etwa 78 Prozent der 2025 fertiggestellten Gebäude hauptsächlich zum Einsatz. In größeren Wohngebäuden mit vielen Wohnungen ist ihr Anteil dagegen geringer.

Insgesamt werden inzwischen 78,2 Prozent aller neu gebauten Wohnhäuser überwiegend mit erneuerbaren Energien beheizt. Im Jahr 2015 lag dieser Wert noch bei 38 Prozent. Zu diesen Energiequellen zählen neben Erd- und Luftwärmepumpen auch Holz etwa in Form von Pelletheizungen oder Kaminöfen, außerdem Solarthermie, Biogas und Biomethan.

Gas verliert im Neubau stark an Bedeutung

Erdgas spielt bei neuen Wohngebäuden nur noch eine Nebenrolle. Im Jahr 2025 wurde es bei etwas mehr als 10 Prozent der Neubauten als wichtigste Energiequelle genutzt. Zehn Jahre zuvor hatte der Anteil noch bei über 50 Prozent gelegen.

An dritter Stelle folgt die Fernwärme mit gut acht Prozent. Ölheizungen sind im Neubau inzwischen nahezu verschwunden und wurden nur noch in 0,3 Prozent der Fälle eingebaut.

Im Gebäudebestand dominieren weiter fossile Energien

Anders ist die Lage bei bereits bestehenden Wohngebäuden. Dort bleibt Erdgas laut Daten des Statistischen Bundesamts auf Grundlage des Zensus 2022 der wichtigste Energieträger. Mehr als die Hälfte, nämlich 53,9 Prozent, der Wohngebäude wird damit beheizt.

Hinzu kommt Heizöl, das in rund 24,7 Prozent der Bestandsgebäude genutzt wird. Erneuerbare Energien kommen im Bestand bislang nur auf einen Anteil von etwas mehr als zehn Prozent.

Gebäudesektor wichtig für Klimaziele

Der Gebäudebereich gilt als entscheidend, wenn Deutschland bis 2045 klimaneutral werden will. Rund ein Drittel der CO2-Emissionen entfällt auf diesen Sektor. Allerdings schreitet die energetische Modernisierung des Bestands weiterhin nur langsam voran.

Die frühere Ampel-Koalition hatte mit dem sogenannten Heizungsgesetz den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Heizsystemen vorantreiben wollen. Die aktuelle Bundesregierung hat die Regeln inzwischen geändert und die Vorgabe gestrichen, wonach neue Heizungen in der Regel zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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