Fußball

Darum wies die US-Regierung den Somalia-Schiri ab

WM-Schiri Omar Artan an der US-Grenze gestoppt: Stecken Terrorverdacht und Trumps Regeln hinter dem rätselhaften Fall?

10.06.2026, 08:29 Uhr

Sicherheitsbedenken und mutmaßliche Kontakte zu einer Terrororganisation sollen laut einem Bericht der Grund dafür gewesen sein, dass dem somalischen Schiedsrichter Omar Artan die Einreise in die USA verweigert wurde. Ein nicht namentlich genannter Vertreter der US-Regierung sagte dem Sender CNN, bei einer Kontrolle am Flughafen in Miami seien bei Artan "Verbindungen zu mutmaßlichen Mitgliedern terroristischer Organisationen" festgestellt worden. Weitere Details nannte der Beamte demnach nicht.

Somalia zählt zu den 39 Ländern, deren Staatsangehörige unter die verschärften Einreisevorgaben der Regierung von US-Präsident Donald Trump fallen. Reisende aus diesen Staaten müssen bei der Einreise mit zusätzlichen Sicherheitsprüfungen rechnen. Die US-Grenzschutzbehörde CBP verwies im Fall Artan lediglich auf "Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung", ohne diese genauer zu erläutern.

2025 als Afrikas bester Schiedsrichter ausgezeichnet

Artan war im Jahr 2025 zum besten männlichen Schiedsrichter Afrikas gekürt worden. Der afrikanische Fußballverband nominierte ihn als einen von sieben Unparteiischen des Kontinents für die diesjährige Weltmeisterschaft. Wäre er eingesetzt worden, hätte er als erster Somalier überhaupt bei einer WM Spiele geleitet.

Nach der verweigerten Einreise zeigte sich Artan tief enttäuscht. Gegenüber der New York Times sagte er, er sei "sehr, sehr enttäuscht". Er sei "einfach nur ein Schiedsrichter", der sich mit der Teilnahme an einer WM seinen größten Lebenstraum erfüllen wolle. Fehler bei seinen Unterlagen habe es aus seiner Sicht nicht gegeben: "Ich hatte die richtigen Papiere und alles andere. Ich hatte das richtige Visum."

Befragung zu Al-Shabaab

Nach den vorliegenden Informationen wollte Artan am Samstag über Miami in die USA einreisen. Seine Reise begann in Nairobi, wo er auf die notwendigen Dokumente gewartet hatte. Von dort flog er über Istanbul nach Miami, um an einem Vorbereitungstreffen der FIFA-Schiedsrichter teilzunehmen.

Bei der Ankunft sollen US-Grenzbeamte ihn zu seiner Reise und zur politischen Lage in Somalia befragt haben. Im Mittelpunkt standen demnach vor allem Fragen zur islamistischen Miliz Al-Shabaab, die in Teilen Somalias aktiv ist und seit Jahren gegen die Regierung kämpft.

Kritik aus Somalia

Das somalische Ministerium für Jugend und Sport verurteilte die Entscheidung der US-Behörden. In einer Stellungnahme hieß es, Omar Artan sei die Einreise "ohne einen triftigen Grund" verweigert worden. Die somalische Regierung habe umgehend Kontakt mit den zuständigen US-Stellen und der FIFA aufgenommen, bislang jedoch keine Lösung erreicht.

Die FIFA erklärte ihrerseits, sie sei nicht in die Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes eingebunden, auch nicht in Entscheidungen über Visa. Wie bei früheren Turnieren liege das letzte Wort bei der Visavergabe beim Gastgeberstaat.

Die für die WM vorgesehenen Schiedsrichter bereiten sich derzeit gemeinsam in Miami auf das Turnier vor. Solange Artan nicht einreisen darf, ist damit auch ein Einsatz bei Spielen in den weiteren Gastgeberländern Mexiko und Kanada vorerst ausgeschlossen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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