Leicht höhere Preise für Weihnachtsbäume erwartet
Zur kommenden Weihnachtsbaum-Saison rechnen die Erzeuger mit moderat steigenden Preisen im Vergleich zum Vorjahr. Nach Angaben des Verbands natürlicher Weihnachtsbaum kostet der laufende Meter der besonders gefragten Nordmanntanne in diesem Jahr etwa 25 bis 33 Euro. Im vergangenen Jahr lag die Spanne noch bei 23 bis 30 Euro. Als Ursachen nennt der Verband vor allem höhere Ausgaben für Produktion, Personal und Transport sowie ein knapper werdendes Angebot.
Auch der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger geht von ähnlichen Preisen aus. Für eine Blaufichte werden demnach 17 bis 22 Euro pro laufendem Meter fällig, bei der Rotfichte liegen die Preise zwischen 14 und 19 Euro.
Haupternte beginnt ab Mitte November
Die eigentliche Erntezeit startet den Angaben zufolge in der Regel Mitte November. Einzelne Bäume werden jedoch schon früher gefällt, etwa wenn sie für Dekorationen in Städten und Gemeinden vorgesehen sind. Dabei handelt es sich meist um Exemplare mit einer Höhe von mehr als fünf Metern.
Der trockene Sommer hat sich regional unterschiedlich ausgewirkt. Während die Bedingungen in Norddeutschland vergleichsweise günstiger waren, hatten Betriebe in Süddeutschland stärker zu kämpfen.
Besonders problematisch war die Trockenheit nach Angaben des Christbaumverbands Baden-Württemberg für junge Pflanzungen, die erst in den kommenden Jahren geerntet werden sollen. Dort habe es teils erhebliche Schäden und sogar Ausfälle gegeben. Sichtbar werde das jedoch erst in einigen Jahren, wenn entsprechende Bäume im Bestand fehlen. Bereits erntereife Bäume seien dagegen nur vereinzelt betroffen gewesen. Nordmanntannen brauchen laut Verband in der Regel acht bis zwölf Jahre, bis sie verkauft werden können.

Weniger Angebot auf dem Markt
Grundsätzlich nimmt das Angebot an Weihnachtsbäumen in Deutschland nach Verbandsangaben ab. Viele Betriebe verkleinern ihre Anbauflächen oder geben die Produktion ganz auf. Gründe dafür sind steigende Kosten, häufigere Wetterextreme, fehlende Arbeitskräfte und ungeklärte Nachfolge in den Unternehmen. In Deutschland werden pro Jahr rund 16 Millionen natürliche Weihnachtsbäume verkauft.
Etwa 80 Prozent der hier aufgestellten Weihnachtsbäume stammen demnach aus deutscher Produktion. Importiert werden vor allem Nordmanntannen aus Dänemark.
Trend zu kleineren Bäumen
Als längerfristige Entwicklung beobachtet der Verband, dass viele Verbraucher eher kleinere Weihnachtsbäume mit einer Höhe zwischen 1,50 und 2 Metern bevorzugen. Ein Grund dafür sei unter anderem, dass Wohnraum knapper werde. Zugleich gewinne der sogenannte Zweitbaum an Bedeutung, also ein zusätzlicher Baum für Garten oder Terrasse. Außerdem kaufen viele Menschen ihren Weihnachtsbaum zunehmend früher als noch vor einigen Jahren.
Eine Studie im Auftrag des Verbands zeigt zudem, dass zuletzt etwas mehr als ein Drittel der Befragten einen natürlichen Weihnachtsbaum kaufte. Rund 30 Prozent entschieden sich für einen künstlichen Baum, während etwa ebenso viele ganz auf einen Weihnachtsbaum verzichteten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber