Bayern

Roboter-«Gym» startet jetzt am Münchner Flughafen

Im neuen RoboGym sollen Maschinen Aufgaben viel schneller meistern – was dort trainiert wird, könnte Roboter verändern.

22.10.2026, 15:30 Uhr

Trainingszentrum für Roboter am Münchner Flughafen eröffnet

Am Münchner Flughafen ist ein neues Trainingszentrum für Roboter an den Start gegangen. Die Technische Universität München (TUM) und das schwäbische Unternehmen Neura Robotics haben dort das sogenannte RoboGym eröffnet. In dieser Einrichtung soll untersucht werden, wie Roboter Aufgaben schneller erlernen und verlässlicher ausführen können. Nach Angaben von Neura werden dafür Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz und industrielle Praxis eng miteinander verbunden.

Der Betrieb läuft bereits seit September. Beteiligt sind Firmen aus unterschiedlichen Branchen, darunter die Autoindustrie, Pharma, Medizintechnik, Verpackung, Logistik, Landwirtschaft und Pflege. Die Roboter trainieren dort sehr verschiedene Tätigkeiten – vom Umgang mit Kartons über das Abfüllen von Flaschen bis hin zum Be- und Entladen von Holzbauteilen. Zum Einsatz kommen humanoide Systeme mit Armen und Beinen, mobile Assistenzroboter sowie klassische Roboterarme.

Daten als Grundlage für lernfähige Roboter

Wie Neura betont, benötigen KI-gesteuerte Roboter vor allem Daten aus der realen Welt – etwa darüber, wie sich Objekte, Materialien und Kräfte verhalten. Im RoboGym werden dafür drei Ansätze kombiniert: Daten aus dem Einsatz realer Roboter, Vorführungen durch Menschen und computergestützte Simulationen.

Die Einrichtung soll Forschenden, Studierenden und Unternehmen eine gemeinsame Infrastruktur für Forschung und Training bieten. Neura stellt dafür Robotersysteme, technische Ausstattung, Rechenkapazität und Personal bereit. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt und mit rund 17 Millionen Euro veranschlagt. Davon übernimmt Neura nach eigenen Angaben etwa 11 Millionen Euro.

Eröffnung des "TUM RoboGym"
Nicht alle Roboter haben menschliche Proportionen. Quelle: Sven Hoppe/dpa

TUM-Präsident Thomas Hofmann bezeichnete das RoboGym als in Deutschland und Europa einmalig. Die Zusammenarbeit mit einem deutschen Roboterhersteller sende gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten ein klares Signal zugunsten des Industriestandorts Deutschland.

Weitere Standorte geplant

Das RoboGym in München soll nicht das einzige seiner Art bleiben. Neura plant weitere Einrichtungen in Europa, den USA und China. In Deutschland ist zudem ein weiterer Standort gemeinsam mit der RWTH Aachen vorgesehen.

Auch Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) würdigte das Projekt. Die TUM gehöre weltweit zur Spitzengruppe in der Robotikforschung, während Neura Robotics zu den besonders dynamischen Unternehmen der Branche zähle. Dass sich Neura bewusst für Bayern und die TUM entschieden habe, wertete Blume als Beleg für die Stärke des Standorts mit viel Talent und technologischer Kompetenz.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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