Wirtschaft

Verband: So wenig Kerosin pro Passagier wie nie

Weniger Kerosin pro Passagier: Warum deutsche Airlines plötzlich effizienter fliegen als je zuvor

19.08.2026, 11:14 Uhr

Kerosinverbrauch deutscher Airlines weiter gesunken

Der durchschnittliche Treibstoffverbrauch der deutschen Fluggesellschaften pro Fluggast ist im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen. Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) wurden auf einer Strecke von 100 Kilometern je Passagier im Schnitt 3,32 Liter Kerosin benötigt. Im Jahr 2024 lag dieser Wert noch bei 3,44 Litern, 1990 sogar bei 6,3 Litern.

Als Hauptgrund nennt der Verband die schrittweise Erneuerung der Flugzeugflotten. Demnach verfügen Airlines wie Lufthansa und Condor aktuell zusammen über 848 Maschinen. Bis 2036 seien 423 weitere Flugzeuge bestellt oder vorgemerkt. BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang erklärte, dass der Ersatz älterer Jets durch Modelle der neuesten Generation den Kerosinverbrauch und den CO₂-Ausstoß direkt um bis zu 25 Prozent senken könne.

Allerdings komme die Modernisierung nicht so schnell voran wie geplant. Laut BDL verzögern ausbleibende Auslieferungen der Hersteller die Erneuerung der Flotten. Moderne Langstreckenjets benötigen dem Verband zufolge – abhängig von der Sitzkonfiguration – zwischen 2,1 und 2,5 Litern Kerosin pro Passagier auf 100 Kilometern.

Kritik kommt unterdessen von Umweltorganisationen wie Atmosfair. Sie weisen darauf hin, dass der Luftverkehr seine übergeordneten Klimaziele weiterhin nicht erreicht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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