Kaum noch starke Aufschläge bei Autoversicherungen
Bei der kommenden Tarifrunde für Kfz-Versicherungen spricht vieles dafür, dass die Phase deutlicher Preissprünge vorerst endet. Nach Berechnungen des Heidelberger Vergleichsportals Verivox zahlen Wechselkunden derzeit im Durchschnitt nur noch 1,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. In die Auswertung flossen 33 Versicherer ein, der Branchenführer HUK Coburg wurde dabei nicht berücksichtigt.
Laut Verivox ist die reine Kfz-Haftpflicht aktuell sogar rund drei Prozent günstiger als im Vorjahreszeitraum. Policen mit Teilkasko verteuern sich nur leicht, während Tarife mit Vollkasko im Schnitt 2,5 Prozent über dem Vorjahresniveau liegen.
Verivox-Manager Aljoscha Ziller erklärte, der Konsolidierungskurs der vergangenen Jahre habe bei den Versicherern Wirkung gezeigt. Dennoch sei die derzeitige Preisruhe nicht besonders belastbar: Weiter steigende Werkstatt- und Reparaturkosten könnten die Unternehmen erneut zu höheren Beiträgen zwingen, da die finanziellen Spielräume begrenzt seien. Vorerst scheine die Welle kräftiger Beitragserhöhungen jedoch abgeebbt zu sein.
HUK Coburg erwartet dennoch weitere Anpassungen
Wie aus der Mitteilung hervorgeht, mussten Autofahrer seit 2023 flächendeckend erhebliche Verteuerungen hinnehmen. Über sämtliche Versicherungsarten hinweg liegen die Tarife heute demnach im Schnitt 52,8 Prozent über dem Niveau von 2022, also vor Beginn der ersten großen Preisrunde.
Die aktuellen Zahlen basieren auf anonymisierten Nutzerberechnungen bei Verivox aus dem Zeitraum vom 1. bis 30. Juni 2026 sowie den Vergleichszeiträumen 2025 und 2022. Daraus wurde ein Index gebildet.
Die HUK Coburg hatte bereits im März angekündigt, auch für das laufende Jahr mit höheren Beiträgen zu rechnen. In der vergangenen Tarifrunde seien die Prämien für Bestandskunden dort um etwa acht Prozent gestiegen. Auch in diesem Jahr dürfte es nach Einschätzung des Unternehmens zu einer weiteren notwendigen Anpassung kommen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber