Unitree feiert fulminantes Börsendebüt in Shanghai
Der chinesische Robotikhersteller Unitree hat bei seinem Börsenstart an der technologieorientierten Star Market in Shanghai einen spektakulären Auftakt hingelegt. Zum Handelsbeginn am Mittwoch lag der Kurs rund 629 Prozent über dem Ausgabepreis.
Im weiteren Verlauf bröckelten die Gewinne zwar etwas ab, doch auch am Vormittag notierte die Aktie noch etwa 500 Prozent im Plus. Damit war das Papier weiterhin fast sechsmal so teuer wie zum Emissionspreis. Auf Basis des Eröffnungskurses kam Unitree auf eine Bewertung von umgerechnet rund 57 Milliarden Euro.
Enorme Nachfrage nach den Papieren
Unitree ist der erste Produzent humanoider Roboter, der an einer Börse auf dem chinesischen Festland notiert ist. Das Interesse der Anleger war gewaltig: Die für Privatanleger bestimmte Online-Tranche war mehr als 8.000-fach überzeichnet. Insgesamt nahm das Unternehmen beim Börsengang umgerechnet etwa 780 Millionen Euro ein.
Gegründet wurde Unitree 2016 in Hangzhou im Osten Chinas. Bekannt wurde die Firma zunächst mit roboterartigen Vierbeinern. Später machte sie auch mit humanoiden Maschinen auf sich aufmerksam, die laufen, tanzen oder Kampfkunstbewegungen ausführen können.
Hohe Börsenbewertung trotz noch überschaubarem Geschäft
Die Marktbewertung liegt deutlich über den bisherigen Geschäftszahlen des Unternehmens. Nach Firmenangaben vervierfachte sich der Umsatz 2025 auf 1,7 Milliarden Yuan, was rund 218 Millionen Euro entspricht. Der Nettogewinn belief sich auf 278 Millionen Yuan. Zudem lieferte Unitree im Jahr 2025 nach eigener Darstellung mehr als 5.500 humanoide Roboter aus. Ein breiter kommerzieller Einsatz dieser Systeme steckt jedoch weiterhin in einer frühen Phase.
Der starke Börsenstart passt zu einer Reihe zuletzt sehr gefragter Neuemissionen in China. Vor allem Hardware- und KI-Firmen aus Bereichen wie Halbleiter und Robotik verzeichneten deutliche Kursanstiege. Diese Branchen werden von Peking gezielt unterstützt, um die technologische Abhängigkeit vom Ausland zu verringern und neue Wachstumstreiber zu schaffen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber