Die US-Regierung hat die Übernahme von Warner Brothers durch den Rivalen Paramount ohne Bedingungen freigegeben. Das Justizministerium sieht durch den Zusammenschluss weder den Wettbewerb noch die Verbraucher in den USA beeinträchtigt – weder im Fernseh- und Streamingmarkt noch bei der Filmproduktion. Allerdings prüfen mehrere Bundesstaaten sowie Behörden außerhalb der USA, darunter in Europa, den Deal weiterhin.
Hinter Paramount steht die Familie des Software-Unternehmers Larry Ellison, der als Unterstützer von Präsident Donald Trump gilt. Im vergangenen Jahr hatte sich zunächst Netflix mit Warner auf den Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts verständigt. Paramount legte jedoch nach und bot mehr für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery, einschließlich TV-Sendern wie CNN. Das Volumen der Transaktion beläuft sich nun auf rund 111 Milliarden US-Dollar.
In den USA warnen Trump-Kritiker davor, dass CNN unter Paramount an redaktioneller Unabhängigkeit einbüßen könnte. Sie verweisen auf andere Fälle, in denen Medienunternehmen nach Übernahmen durch präsidentennahe Milliardäre an Distanz verloren. Trump selbst hatte mehrfach betont, dass ihm bei einem Warner-Verkauf besonders wichtig sei, dass auch der ihm gegenüber oft kritische Nachrichtensender den Besitzer wechselt.
Auch beim Paramount-Sender CBS sehen Beobachter bereits Veränderungen. Nach der Übernahme durch die Ellison-Familie sei die Berichterstattung über Trumps Regierung freundlicher geworden. In der bekannten Sendung „60 Minutes“ wurden zudem mehrere Korrespondenten entlassen, die teils politischen Druck beklagt hatten.
Paramount strebt mehr Einfluss in Hollywood an
Geführt wird Paramount von David Ellison, dem Sohn von Larry Ellison und selbst Filmproduzent. Mit dem Kauf von Warner Bros. Discovery will er die Stellung des Unternehmens in Hollywood deutlich stärken. Paramount zählt bislang eher zu den kleineren Akteuren der Branche. Warner bringt hingegen namhafte Marken und starke Inhalte ein – darunter das DC-Universum mit Superman und Batman, Reihen wie „Harry Potter“ sowie ein bedeutendes Streaminggeschäft rund um den Bezahlsender HBO.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion