Bahn startet nächste große Sanierungsphase zwischen Obertraubling und Passau
Die Deutsche Bahn setzt ihre umfassenden Arbeiten zur Modernisierung des Schienennetzes fort. Ab Sonntag, 14. Juni, beginnt der nächste Bauabschnitt auf der Strecke Obertraubling bei Regensburg bis Passau. Für Fahrgäste bedeutet das über weite Teile der Strecke eine nahezu vollständige Sperrung und deutliche Änderungen im Regional- und Fernverkehr.
Bauzeit und betroffener Abschnitt
Die neue Maßnahme folgt direkt auf die seit Anfang Februar laufende Generalsanierung zwischen Nürnberg und Regensburg. Diese soll am 10. Juli enden, sodass sich beide Bauphasen zeitweise überschneiden. Die Arbeiten Richtung Passau sollen mit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember abgeschlossen sein.
Diese Arbeiten sind geplant
Zwischen Obertraubling und Passau will die Bahn umfangreich erneuern und instand setzen. Vorgesehen sind unter anderem:
- 120 Kilometer Gleise
- 140 Weichen
- 90 Kilometer Oberleitungen
- mehrere Stellwerke
- eine Eisenbahnüberführung
- fünf Personenunterführungen
Zusätzlich wird bei Osterhofen in Donaunähe ein problematischer Mooruntergrund aufwendig stabilisiert. Außerdem sollen acht Bahnhöfe modernisiert und barrierefrei ausgebaut werden. Diese Bahnhofsarbeiten dauern voraussichtlich noch bis Frühjahr 2027.
Ersatzverkehr mit Bussen
Für die Zeit der Sperrung haben Deutsche Bahn und Bayerische Eisenbahngesellschaft ein Ersatzkonzept mit Bussen organisiert. Die Fahrzeuge und die dazugehörige Beschilderung sind an ihrer purpurfarbenen Gestaltung erkennbar.

Geplant sind sowohl:
- Expressbusse über die Autobahn
- als auch langsamere Verbindungen über Land
Insgesamt sollen 90 Busse auf 6 Linien unterwegs sein, um Reisende zu ihrem Ziel oder zum nächsten Anschlussbahnhof zu bringen.
Folgen für den Fernverkehr
Ab Sonntag entfallen im Fernverkehr die direkten Zugverbindungen zwischen Nürnberg und Passau in Richtung Wien sowie zurück. Als Alternative nennt die Bahn Verbindungen mit Umstieg in München. Zwischen München und Wien soll es dann ein stündliches Angebot geben.
Ab 10. Juli sollen aus dem Norden kommende Fernzüge wieder in Regensburg halten. In Straubing, Plattling und Passau gibt es jedoch bis 12. Dezember keine Fernverkehrshalte.
Für Reisende werden Ersatzbusse eingesetzt:
- bis 10. Juli zwischen Nürnberg und Passau
- ab 11. Juli zwischen Regensburg und Passau
Änderungen im Nahverkehr
Phase 1: 14. Juni bis 10. Juli
Rund um den Bahnknoten Plattling werden in diesem Zeitraum sämtliche Regionalzuglinien durch Busse ersetzt. Es gibt mehrere Ersatzverbindungen unter anderem zwischen:
- Straubing
- Plattling
- Deggendorf
- Landau
- Passau
Zwischen Regensburg und Straubing fahren die Regionalzüge zunächst weiterhin planmäßig.
Phase 2: 10. Juli bis 20. September
Dann fallen alle Regionalzüge aus auf den Strecken:
- Regensburg – Plattling
- Dingolfing – Passau (montags bis freitags)
- Plattling – Passau (samstags und sonntags)
Auch hier übernehmen Ersatzbusse den Verkehr, entweder als schnelle Autobahnlinien oder als langsamere Verbindungen über Land. Zudem wird die Verbindung Geiselhöring – Straubing – Bogen per Bus aufrechterhalten.
Die RB33 zwischen München und Landshut entfällt in dieser Phase fast vollständig.
Phase 3: 20. September bis 12. Dezember
In der letzten Bauphase soll die RB33 mit wenigen Ausnahmen wieder regulär verkehren. Der aus München über Landshut kommende RE3 kann dann zumindest wieder bis Plattling fahren. Von dort aus geht es für Fahrgäste weiter mit dem Bus nach Passau.
Sonderregelung zum Gäubodenvolksfest
Während des Gäubodenvolksfestes in Straubing im August plant die Bahn zusätzliche Kapazitäten auf der Strecke Regensburg – Straubing – Plattling.
Wo es Informationen gibt
Aktuelle Details zu Fahrplanänderungen und Ersatzverkehren finden Fahrgäste auf der Internetseite der Deutschen Bahn sowie im DB Navigator. Zusätzlich ist entlang der Strecke zwischen Obertraubling und Passau ein Infomobil unterwegs, das an verschiedenen Bahnhöfen Station macht.
So geht es in Bayern weiter
Die Deutsche Bahn plant in Bayern insgesamt sieben Generalsanierungen. Im Jahr 2027 soll die stark genutzte Strecke Rosenheim – Salzburg folgen. Ab 2028 sind weitere Maßnahmen vorgesehen auf den Verbindungen:
- München – Rosenheim
- Würzburg – Treuchtlingen
- Würzburg – Nürnberg
- Ulm – Augsburg
Konkrete Einzelheiten zu diesen kommenden Projekten gibt es bislang noch nicht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber