Bayern

Bahn-Chaos: Warum jetzt lila Busse Ostbayern rollen

Monatelange Sperre bis Passau: Die Bahn baut ab Sonntag groß um – was jetzt auf Reisende im Nah- und Fernverkehr zukommt.

13.06.2026, 04:30 Uhr

Bahn startet nächste große Sanierungsphase zwischen Obertraubling und Passau

Die Deutsche Bahn setzt ihre umfassenden Arbeiten zur Modernisierung des Schienennetzes fort. Ab Sonntag, 14. Juni, beginnt der nächste Bauabschnitt auf der Strecke Obertraubling bei Regensburg bis Passau. Für Fahrgäste bedeutet das über weite Teile der Strecke eine nahezu vollständige Sperrung und deutliche Änderungen im Regional- und Fernverkehr.

Bauzeit und betroffener Abschnitt

Die neue Maßnahme folgt direkt auf die seit Anfang Februar laufende Generalsanierung zwischen Nürnberg und Regensburg. Diese soll am 10. Juli enden, sodass sich beide Bauphasen zeitweise überschneiden. Die Arbeiten Richtung Passau sollen mit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember abgeschlossen sein.

Diese Arbeiten sind geplant

Zwischen Obertraubling und Passau will die Bahn umfangreich erneuern und instand setzen. Vorgesehen sind unter anderem:

  • 120 Kilometer Gleise
  • 140 Weichen
  • 90 Kilometer Oberleitungen
  • mehrere Stellwerke
  • eine Eisenbahnüberführung
  • fünf Personenunterführungen

Zusätzlich wird bei Osterhofen in Donaunähe ein problematischer Mooruntergrund aufwendig stabilisiert. Außerdem sollen acht Bahnhöfe modernisiert und barrierefrei ausgebaut werden. Diese Bahnhofsarbeiten dauern voraussichtlich noch bis Frühjahr 2027.

Ersatzverkehr mit Bussen

Für die Zeit der Sperrung haben Deutsche Bahn und Bayerische Eisenbahngesellschaft ein Ersatzkonzept mit Bussen organisiert. Die Fahrzeuge und die dazugehörige Beschilderung sind an ihrer purpurfarbenen Gestaltung erkennbar.

Generalsanierung der Bahnstrecke Nürnberg-Regensburg
Der Ersatzverkehr ist an der purpurfarbenen Optik zu erkennen. (Archivbild) Quelle: Armin Weigel/dpa

Geplant sind sowohl:

  • Expressbusse über die Autobahn
  • als auch langsamere Verbindungen über Land

Insgesamt sollen 90 Busse auf 6 Linien unterwegs sein, um Reisende zu ihrem Ziel oder zum nächsten Anschlussbahnhof zu bringen.

Folgen für den Fernverkehr

Ab Sonntag entfallen im Fernverkehr die direkten Zugverbindungen zwischen Nürnberg und Passau in Richtung Wien sowie zurück. Als Alternative nennt die Bahn Verbindungen mit Umstieg in München. Zwischen München und Wien soll es dann ein stündliches Angebot geben.

Ab 10. Juli sollen aus dem Norden kommende Fernzüge wieder in Regensburg halten. In Straubing, Plattling und Passau gibt es jedoch bis 12. Dezember keine Fernverkehrshalte.

Für Reisende werden Ersatzbusse eingesetzt:

  • bis 10. Juli zwischen Nürnberg und Passau
  • ab 11. Juli zwischen Regensburg und Passau

Änderungen im Nahverkehr

Phase 1: 14. Juni bis 10. Juli

Rund um den Bahnknoten Plattling werden in diesem Zeitraum sämtliche Regionalzuglinien durch Busse ersetzt. Es gibt mehrere Ersatzverbindungen unter anderem zwischen:

  • Straubing
  • Plattling
  • Deggendorf
  • Landau
  • Passau

Zwischen Regensburg und Straubing fahren die Regionalzüge zunächst weiterhin planmäßig.

Phase 2: 10. Juli bis 20. September

Dann fallen alle Regionalzüge aus auf den Strecken:

  • Regensburg – Plattling
  • Dingolfing – Passau (montags bis freitags)
  • Plattling – Passau (samstags und sonntags)

Auch hier übernehmen Ersatzbusse den Verkehr, entweder als schnelle Autobahnlinien oder als langsamere Verbindungen über Land. Zudem wird die Verbindung Geiselhöring – Straubing – Bogen per Bus aufrechterhalten.

Die RB33 zwischen München und Landshut entfällt in dieser Phase fast vollständig.

Phase 3: 20. September bis 12. Dezember

In der letzten Bauphase soll die RB33 mit wenigen Ausnahmen wieder regulär verkehren. Der aus München über Landshut kommende RE3 kann dann zumindest wieder bis Plattling fahren. Von dort aus geht es für Fahrgäste weiter mit dem Bus nach Passau.

Sonderregelung zum Gäubodenvolksfest

Während des Gäubodenvolksfestes in Straubing im August plant die Bahn zusätzliche Kapazitäten auf der Strecke Regensburg – Straubing – Plattling.

Wo es Informationen gibt

Aktuelle Details zu Fahrplanänderungen und Ersatzverkehren finden Fahrgäste auf der Internetseite der Deutschen Bahn sowie im DB Navigator. Zusätzlich ist entlang der Strecke zwischen Obertraubling und Passau ein Infomobil unterwegs, das an verschiedenen Bahnhöfen Station macht.

So geht es in Bayern weiter

Die Deutsche Bahn plant in Bayern insgesamt sieben Generalsanierungen. Im Jahr 2027 soll die stark genutzte Strecke Rosenheim – Salzburg folgen. Ab 2028 sind weitere Maßnahmen vorgesehen auf den Verbindungen:

  • München – Rosenheim
  • Würzburg – Treuchtlingen
  • Würzburg – Nürnberg
  • Ulm – Augsburg

Konkrete Einzelheiten zu diesen kommenden Projekten gibt es bislang noch nicht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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