Lokales

Wie Special Olympics sein Leben für immer verändern

Vom Außenseiter zum Goldläufer: Wie Fynn im Saarland über sich hinauswächst – und warum seine Geschichte so berührt.

13.06.2026, 04:00 Uhr

Fynn Thome peilt bei den Special Olympics den nächsten Meilenstein an

Für Fynn Thome aus Schmelz-Limbach im Saarland dreht sich derzeit vieles um die Special Olympics. Der 18-Jährige zählt zu den 215 Sportlerinnen und Sportlern aus dem Saarland, die vom 15. bis 20. Juni bei den nationalen Wettkämpfen antreten. Für ihn ist die Teilnahme ein besonderer Schritt – zumal seine Laufkarriere erst vor etwas mehr als einem Jahr begonnen hat.

Den Einstieg fand Thome mit der Anmeldung zu den Special Olympics Landesspielen 2025. Anfangs war das Training für ihn und seinen Vater Martin alles andere als leicht. Für fünf Kilometer brauchte er zu Beginn etwa 38 Minuten und musste immer wieder Gehpausen einlegen. Thome ist Autist.

Mit der Zeit wurde jedoch deutlich, dass ihm vor allem das Training in der Gruppe guttut. Neben ihrem Einsatz in einem Kultur- und Sportverein für Menschen mit Beeinträchtigungen schlossen sich Vater und Sohn auch den Lauf- und Triathlonfreunden Lebach (LTF Theeltal) an. Seitdem trainiert der 18-Jährige regelmäßig im Wald und auf der Bahn.

Training in der Gruppe bringt neuen Schwung

„Er wollte auf einmal immer häufiger zum Lauftraining“, berichtet Martin Thome. Der Einsatz zeigte Wirkung: Bei den Landesspielen auf dem Sportcampus Saar in Saarbrücken holte Fynn Thome über 5.000 Meter die Silbermedaille. Die Strecke lief er in 25:39 Minuten.

Für seinen Vater stand dabei nicht in erster Linie die Medaille im Vordergrund, sondern die Entwicklung seines Sohnes. Das eigentliche Ziel sei gewesen, die Distanz ohne Rückfall ins Gehen zu schaffen – unabhängig von der Endzeit. Umso größer sei die Freude gewesen, als Fynn glücklich und stolz die Ziellinie überquerte.

Porträt Teilnehmer aus dem Saarland der Special Olympics
Fynn Thome (18, Mitte) posiert gemeinsam mit den Mitgliedern der Lauf- und Triathlonfreunde Lebach (LTF Theeltal) für ein Gruppenfoto. Quelle: Laszlo Pinter/dpa/Laszlo Pinter

Gold über 1.500 Meter in Luxemburg

Danach ging es für den jungen Sportler weiter bergauf. Im November nominierte ihn Special Olympics Deutschland für die nationalen Spiele im Luxemburger Sportzentrum Coque. Dort feierte Thome bislang seinen größten Erfolg.

Nach einem schwierigen Beginn arbeitete er sich im Rennen vom letzten Platz Stück für Stück nach vorne, zog an acht Konkurrenten vorbei und sicherte sich über 1.500 Meter in persönlicher Bestzeit von 6:17 Minuten die Goldmedaille.

Vorfreude auf die nationalen Spiele im Saarland

Nun liegt der Fokus auf den nationalen Special Olympics im Saarland. Dort werden insgesamt rund 4.300 Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung erwartet. Geplant sind Wettbewerbe in 27 Sportarten – so viele wie noch nie bei den nationalen Sommerspielen der größten inklusiven Multisport-Veranstaltung Deutschlands.

Für Fynn Thome ist die Teilnahme der vorläufige Höhepunkt seiner noch jungen sportlichen Entwicklung – und womöglich erst der Anfang.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen