Wirtschaft

Unicredit erhöht Druck auf Commerzbank – Orlopp kontert

Machtkampf um die Commerzbank eskaliert: Unicredit setzt Orlopps Vorstand indirekt unter Druck – jetzt schlägt sie zurück.

15.06.2026, 12:53 Uhr

Commerzbank weist Unicredit scharf zurecht

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hat die jüngsten Vorstöße der Unicredit deutlich kritisiert. Auf dem „Euro Finance Summit“ in Frankfurt sagte sie, die Aussagen der italienischen Bank seien ungewöhnlich, weil sie in einem laufenden Verfahren zusätzliche Unruhe auslösten. Zugleich stelle sich die Frage, wie belastbar die Darstellungen der Unicredit überhaupt seien. Bei der Commerzbank habe man die jüngste Mitteilung daher mit Irritation aufgenommen.

Zuvor hatte Unicredit im Ringen um eine Übernahme indirekt Druck auf den Vorstand um Orlopp aufgebaut. In einer Erklärung hieß es, sollte sich auf der Hauptversammlung genügend Unterstützung unter den Aktionären finden, könnte Unicredit sämtliche Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat bestimmen. Dieses Gremium ist wiederum für die Bestellung des Vorstands verantwortlich.

Konflikt im Übernahmekampf spitzt sich zu

Die Unicredit hatte bereits im Mai ein Angebot für die Commerzbank vorgelegt. Nach ihren jüngsten Angaben wurden ihr rund 11 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient. Rechnerisch würde ihr Anteil damit auf mehr als 37 Prozent steigen. Hinzu kommen Kaufoptionen auf weitere gut drei Prozent der Aktien sowie zusätzliche Finanzinstrumente.

Die Commerzbank bezweifelt jedoch die Darstellung der Italiener und hat die Bafin eingeschaltet. Nach Ansicht des Instituts stammen die angedienten Aktien überwiegend von Banken, mit denen Unicredit über Finanzinstrumente verbunden ist, und nicht von tatsächlich unabhängigen Investoren.

Für Verwunderung sorgt zudem der Zeitpunkt: Obwohl die Übernahmefrist noch läuft und bis zum 3. Juli verlängert werden kann, meldet Unicredit bereits jetzt einen hohen Anteil eingesammelter Aktien. Das gilt als ungewöhnlich, weil das Angebot unter dem aktuellen Börsenkurs der Commerzbank liegt und Aktionäre damit beim Verkauf Nachteile hätten. Große Investoren reichen ihre Aktien zudem üblicherweise erst kurz vor Fristende ein.

Unicredit wies die Vorwürfe erneut zurück. Man habe nach eigenen Angaben vollständig regelkonform und transparent gehandelt. Auch die Behauptung, die Zahl der angedienten Aktien sei tatsächlich niedriger, weil es sich teils um geliehene Papiere handle, sei falsch. Eingereichte Aktien seien verbindlich angedient und unwiderruflich gebunden, erklärte die Bank.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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