Wirtschaft

US-KI-Sperre schockt die Digitalbranche

Diese US-KI-Sperre offenbart ein heikles Problem: Wie abhängig Deutschland und Europa wirklich von Amerika sind

15.06.2026, 10:32 Uhr

Die Entscheidung der US-Regierung, den Zugriff auf eine leistungsstarke KI-Software zu stoppen, hat in der deutschen Digitalwirtschaft deutliche Besorgnis ausgelöst. Der Branchenverband Bitkom sieht darin ein deutliches Warnsignal, die technologische Abhängigkeit Europas von den Vereinigten Staaten noch intensiver zu hinterfragen. Nach Einschätzung von Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sind Deutschland und Europa beim Zugang zu den fortschrittlichsten KI-Systemen stark auf politische Entscheidungen in den USA angewiesen. Die überraschende Verfügung vom Wochenende habe das klar vor Augen geführt.

Anthropic hatte am Samstag den Zugang zu seinen erst kürzlich vorgestellten KI-Modellen Fable 5 und Mythos 5 gesperrt. Nach Angaben des Unternehmens geschah dies auf Anweisung der US-Regierung, die sich dabei auf Gründe der nationalen Sicherheit berief. Demnach sollte Ausländern der Zugriff auf die Modelle vollständig verwehrt werden. Die Software gilt als besonders leistungsfähig, wenn es darum geht, Schwachstellen und Sicherheitslücken in Programmen zu erkennen.

Wintergerst warnte, die Maßnahme habe direkte Folgen für die Leistungsfähigkeit traditioneller Industriezweige ebenso wie für Behörden. Darüber hinaus könne sie auch die Sicherheitslage sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wissenschaft beeinträchtigen. Aus Sicht des Bitkom-Präsidenten müsse es nun mehr denn je darum gehen, Deutschland und Europa digital unabhängiger aufzustellen. Digitale Souveränität und der Aufbau eigener KI-Kompetenzen müssten daher ganz oben auf die politische Agenda.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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