Wirtschaft

Trotz Israels Veto: Hapag-Lloyd drängt auf ZIM-Deal

3,6 Milliarden im Spiel: Warum Hapag-Lloyd trotz Israels Widerstand weiter auf den ZIM-Deal setzt – was dahintersteckt.

12.09.2026, 05:30 Uhr

Die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd hält trotz des Widerstands aus Israel an ihren Plänen zur Übernahme der israelischen Reederei ZIM fest. Unternehmenschef Rolf Habben Jansen sagte der Welt am Sonntag, das vorgestellte Modell bringe in vielen Punkten Vorteile und sei auch für den israelischen Staat besser als die bisherige Situation. Vor allem in den vergangenen Wochen habe sich der Austausch mit den israelischen Behörden spürbar intensiviert, was aus seiner Sicht hilfreich sei.

Übernahme im Wert von etwa 3,6 Milliarden Euro geplant

Hapag-Lloyd, nach eigenen Angaben mit mehr als 300 Schiffen und einer Kapazität von rund 2,5 Millionen Standardcontainern (TEU) die Nummer fünf unter den weltgrößten Reedereien, hatte bereits im Februar eine Vereinbarung zum Kauf von ZIM geschlossen. Die Hamburger wollen demnach sämtliche Aktien der israelischen Gesellschaft für rund 3,6 Milliarden Euro erwerben.

Mit dem Zusammenschluss würde Hapag-Lloyd seine Flotte auf mehr als 400 Schiffe vergrößern. Die Transportkapazität würde auf über 3 Millionen TEU steigen. ZIM zählt derzeit zu den zehn größten Containerlinien der Welt.

Israels Regierung äußert Bedenken

Die israelische Regierung hatte dem Vorhaben jedoch widersprochen. Hintergrund ist vor allem, dass auch Staatsfonds aus Saudi-Arabien und Katar zu den Anteilseignern von Hapag-Lloyd gehören. Sie halten 10,2 Prozent beziehungsweise 12,1 Prozent der Anteile.

Habben Jansen erklärte, er könne diese Vorbehalte nachvollziehen. Zugleich betonte er, dass die Investoren keinen unmittelbaren Einfluss auf das operative Geschäft hätten. Hapag-Lloyd sei in den vergangenen drei Jahren jede Woche mit eigenen Schiffen in Israel vertreten gewesen. Zudem hätten die arabischen Anteilseigner das Unternehmen bei seiner Entwicklung stets konstruktiv unterstützt.

Vorstandschef sieht weiter Chancen auf Zustimmung

Mit Blick auf die Gespräche mit den Behörden zeigte sich Habben Jansen weiter zuversichtlich. Im Dialog werde deutlich, welche Sorgen auf der anderen Seite bestünden, und genau darauf könne man eingehen. Er halte das Übernahmekonzept weiterhin für überzeugend und glaube nach wie vor daran, dass die israelischen Stellen am Ende zustimmen können.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen