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Mit diesen Köder-Bikes schnappen Fahnder Diebe

Diese Räder sollen geklaut werden: Mit GPS-Ködern lockt die Polizei Fahrraddiebe direkt in die Falle.

12.09.2026, 04:03 Uhr

Im Kampf gegen Fahrraddiebstahl setzt die bayerische Polizei auf unterschiedliche Methoden. In der Oberpfalz kommen dabei unter anderem präparierte Fahrräder mit GPS-Technik zum Einsatz. Seit rund fünf Monaten läuft das Projekt – bislang konnten fünf Verdächtige festgenommen werden.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberpfalz gerieten die sogenannten Lock-Räder in acht Fällen ins Visier von Dieben. Sechsmal wurden die Fahrräder vollständig entwendet. In einem Fall bauten Täter einzelne Teile ab. Ein weiteres Mal wurde zwar das Schloss geöffnet, das Rad jedoch am Ort zurückgelassen – offenbar, weil der Täter gestört wurde.

Ein Verdächtiger sitzt in Untersuchungshaft

Mithilfe der GPS-Ortung gelang es den Ermittlern, fünf mutmaßliche Täter zu stellen. Nach Einschätzung der Polizei bestätigen die bisherigen Fälle frühere Erkenntnisse über die Täterstruktur: Viele Verdächtige stammen demnach aus dem Drogenmilieu. Zugleich gebe es auch Täter, die überregional aktiv seien. So wird ein 47-Jähriger verdächtigt, gleich zwei dieser Präventionsräder gestohlen zu haben – eines in Weiden und eines im Landkreis Schwandorf. Er befindet sich seit Mitte Juni in Untersuchungshaft.

Die Polizei wertet den bisherigen Einsatz der speziell ausgestatteten Fahrräder als erfolgreichen Ermittlungsansatz.

Mehr als 20.000 Fahrraddiebstähle in Bayern

Das bayerische Innenministerium meldete für das vergangene Jahr 20.233 Fälle von Fahrraddiebstahl. Darin enthalten sind auch Delikte, bei denen jemand ein fremdes Fahrrad unbefugt nutzte. Gegenüber 2024 sank die Zahl allerdings um 2.972 Fälle. Die Polizeipräsidien in Bayern setzen bei der Bekämpfung dieser Delikte jeweils auf eigene Konzepte.

In Unterfranken wird das Modell mit GPS-Rädern derzeit geprüft. Dort soll geklärt werden, wie sich ein solches System umsetzen ließe. Auch die niederbayerische Polizei nutzt solche Räder momentan noch nicht, hält sie aber für eine sinnvolle zusätzliche Option im Vorgehen gegen Fahrraddiebe.

Nicht jede Taktik wird offengelegt

In Oberfranken und Mittelfranken gibt es aktuell keine konkreten Planungen für den Einsatz solcher Präventionsräder. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd betonte, dass verschiedene Maßnahmen gegen Fahrraddiebstahl genutzt würden. Zu Einzelheiten wollte man sich aus taktischen Gründen jedoch nicht äußern.

Auch Oberbayern Nord setzt bislang keine Lock-Räder ein. Dort beobachtet man aber die weiteren Erfahrungen aus der Oberpfalz genau. Nach Angaben des Präsidiums steht man im Austausch mit den dortigen Kollegen sowie mit anderen Dienststellen. Auf dieser Grundlage soll später entschieden werden, ob und in welcher Form der Einsatz solcher Räder im eigenen Zuständigkeitsbereich sinnvoll ist.

Im Bereich Schwaben Süd/West sieht die Polizei derzeit keinen Bedarf für die Anschaffung solcher Fahrräder. Als Begründung nennt sie sinkende Fallzahlen bei Fahrraddiebstählen. Sollte die Zahl der Delikte wieder steigen, wolle man jedoch reagieren – möglicherweise dann auch mit GPS-gestützten Lock-Rädern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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