Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten in Deutschland steigt weiter. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag die Teilzeitquote unter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Jahr 2025 bei 31,9 Prozent und damit so hoch wie nie zuvor. Damit war nahezu jede dritte abhängig beschäftigte Person in einem Job mit reduzierter Wochenarbeitszeit tätig.
Zugleich arbeiten Teilzeitkräfte heute im Schnitt mehr Stunden als noch vor zehn Jahren. 2025 kamen sie auf durchschnittlich 21,3 Wochenstunden – das sind zwei Stunden mehr als 2015. Gegenüber dem Vorjahr legte die Arbeitszeit leicht um 0,1 Stunden zu. Bei Vollzeitbeschäftigten blieb der Wert mit 39,9 Stunden pro Woche im Vergleich zum Vorjahr stabil. Im Zehnjahresvergleich ist jedoch auch hier ein leichter Rückgang zu erkennen: 2015 hatte die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in Vollzeit noch bei 40,5 Stunden gelegen.
Die Arbeitsmarktexpertin Yvonne Lott von der Hans-Böckler-Stiftung bewertet die Entwicklung positiv. Ihrer Einschätzung nach zeigen die Daten, dass längere Teilzeitmodelle inzwischen fest im Arbeitsleben verankert sind. Das stärke die Erwerbsbeteiligung, erleichtere die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und helfe auch dem Arbeitsmarkt.
IAB sieht noch höhere Teilzeitquote
Auf Basis einer anderen Datengrundlage kam das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bereits im März auf eine noch höhere Teilzeitquote von 39,9 Prozent. Nach der IAB-Arbeitszeitrechnung stieg die Zahl der Teilzeitbeschäftigten gegenüber 2024 um 1 Prozent auf 16,88 Millionen. Gleichzeitig sank die Zahl der Vollzeitbeschäftigten um 0,6 Prozent auf 25,43 Millionen.
Darin spiegeln sich nach Einschätzung des IAB auch Strukturverschiebungen am Arbeitsmarkt wider: Während in der Industrie Vollzeitstellen verloren gingen, gab es Zuwächse in typischen Teilzeitbereichen wie dem Gesundheits- und Sozialwesen.
Teilzeit weiterhin stark von Alter und Geschlecht geprägt
Besonders verbreitet ist Teilzeit nach wie vor bei Frauen. Im Jahr 2025 arbeitete mehr als jede zweite Frau (50,6 Prozent) in Teilzeit. Bei Männern traf das lediglich auf 14,3 Prozent zu, also etwa auf jeden Siebten. Zwar bleibt die Differenz deutlich, doch der Anstieg fiel bei Männern in den vergangenen Jahren stärker aus als bei Frauen. 2015 lagen die Quoten noch bei 10,6 Prozent für Männer und 48 Prozent für Frauen.
Vor allem bei Eltern zeigen sich große Unterschiede: Unter erwerbstätigen Müttern mit Kindern unter 18 Jahren lag der Teilzeitanteil bei 66,4 Prozent. Bei Vätern waren es dagegen nur 8,6 Prozent.
Auch das Alter spielt eine wichtige Rolle. Mit zunehmenden Lebensjahren wächst der Anteil der Teilzeitbeschäftigten spürbar. Unter den 55-Jährigen arbeitete knapp ein Drittel in Teilzeit. Bei den noch berufstätigen 65-Jährigen war es bereits mehr als die Hälfte. Unter den 70-Jährigen lag der Teilzeitanteil sogar bei gut 90 Prozent.
Debatte um „Lifestyle-Teilzeit“
In der politischen Diskussion über Arbeitszeitmodelle hatte zuletzt ein Vorstoß aus dem Wirtschaftsflügel der CDU mit dem Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“ für Kritik gesorgt, vor allem bei Gewerkschaften. Böckler-Expertin Lott widerspricht der zugespitzten Darstellung. Teilzeit bedeute aus ihrer Sicht keinen Rückzug aus dem Erwerbsleben, sondern häufig selbstbestimmtes Arbeiten in einem Umfang, der besser zu unterschiedlichen Lebensphasen passe.
Zugleich verweist sie darauf, dass viele Frauen ihre Arbeitszeit eigentlich gern ausweiten würden. Dafür brauche es jedoch verlässlichere und stabilere Angebote in der Kinderbetreuung.
Arbeitsmarkt insgesamt tritt auf der Stelle
Der Arbeitsmarkt insgesamt stagnierte nach IAB-Angaben im vergangenen Jahr weitgehend. Die Zahl der Erwerbstätigen blieb mit 45,98 Millionen nahezu unverändert, sie sank lediglich um 5.000 Personen. Zusammen leisteten die Beschäftigten rund 61,26 Milliarden Arbeitsstunden und damit 0,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Im Durchschnitt arbeiteten die Beschäftigten in Deutschland 2025 30,4 Stunden pro Woche – genauso viel wie 2024. Zum Vergleich: 2016 hatte der Wert noch bei 30,12 Stunden gelegen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion