Wirtschaft

Tank-Fehler? Bund droht Airlines mit Strafen

Kurz vor dem Start tanken – sonst wird’s teuer: Der Bund will Airlines bei Kerosin-Tricks hart bestrafen.

05.08.2026, 16:15 Uhr

Für deutsche Airlines könnten Verstöße gegen die EU-Regeln zum sogenannten Tankering bald teuer werden. Künftig soll gelten, dass mindestens 90 Prozent des benötigten Kerosins erst am jeweiligen Abflughafen aufgenommen werden müssen.

Nach einem Entwurf des Bundesverkehrsministeriums ist eine Strafzahlung von 1.332 Euro je Tonne vorgesehen, wenn zu wenig Treibstoff vor Ort getankt wurde. Die Kontrolle der Vorgaben soll das Luftfahrt-Bundesamt übernehmen.

Mit der Maßnahme will die Politik verhindern, dass Maschinen zusätzliches Kerosin etwa für den Rückflug mitführen. Das höhere Gewicht erhöht den Verbrauch und belastet damit auch die Umwelt stärker. Zu Beginn des Kriegs mit Iran war zeitweise darüber gesprochen worden, die Regeln zu lockern, falls an einzelnen Flughäfen Engpässe bei der Versorgung entstehen sollten.

Kein deutscher Alleingang

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft bewertet positiv, dass der Gesetzentwurf keinen nationalen Sonderweg vorsieht, sondern sich an den europäischen Mindeststandards orientiert. Nach Ansicht des Verbands sollten mögliche Einnahmen aus den Sanktionen allerdings in die Förderung alternativer Flugkraftstoffe fließen und nicht im allgemeinen Staatshaushalt landen. Die vorgesehenen Gebühren für Verwaltungsleistungen des Luftfahrt-Bundesamts lehnt die Branche hingegen ab.

Neben dem Tankering steht auch die vorgeschriebene Beimischung nachhaltiger Flugkraftstoffe im Fokus der Kontrolle. Seit 2025 müssen bei allen in Europa startenden Flügen zunächst zwei Prozent SAF beigemischt werden. Dieser Anteil soll bis 2030 auf fünf Prozent und bis 2050 auf 70 Prozent steigen. Für die tatsächliche Einhaltung dieser Quoten sind nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz allerdings die Mineralölunternehmen verantwortlich.

Nachhaltiger Treibstoff kostet mehr

SAF, also nachhaltiger Flugkraftstoff, kann unter anderem aus Lebensmittelresten produziert werden und soll helfen, die Klimabelastung des Luftverkehrs zu senken. Allerdings ist dieser Kraftstoff deutlich teurer als herkömmliches Kerosin aus Erdöl, was sich auch auf die Preise von Flugreisen auswirken kann. Parallel dazu wird weiterhin an synthetischen Kraftstoffen gearbeitet, die mithilfe von Strom hergestellt werden könnten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen