Als möglicher Nachfolger von Manuel Neuer im Tor des FC Bayern will Jonas Urbig das Thema Nationalmannschaft derzeit noch nicht zu hoch hängen. Kurz nach der Ankunft der Münchner im Teamhotel in Hongkong sagte der 22-Jährige, damit habe er sich bislang noch nicht näher beschäftigt. Wie schon zuvor in Südkorea wurde der deutsche Rekordmeister auch in der Millionenmetropole am Südchinesischen Meer begeistert empfangen.
Urbig äußert sich zurückhaltend zu Neuers Zukunft
Urbig besitzt in München einen Vertrag bis zum 30. Juni 2029 und soll langfristig zur neuen Nummer 1 aufgebaut werden, wenn die Ära von Manuel Neuer endet. Der inzwischen 40 Jahre alte Neuer hatte im Trainingslager am Tegernsee nach seiner WM-Pause angedeutet, dass vieles auf ein Karriereende nach der kommenden Saison hindeute. Urbig erklärte dazu, er habe diese Aussage nach eigenen Worten gar nicht mitbekommen.
Bei der WM war Urbig von Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann als zusätzlicher Torhüter für Training und Unterstützung mitgenommen worden, gehörte aber nicht zum offiziellen Aufgebot mit Neuer, Oliver Baumann und Alexander Nübel. Rückblickend bezeichnete er die Reise dennoch als besondere Erfahrung. Mit Blick auf eine mögliche Nominierung meinte Urbig, man könne ihn im September gern noch einmal auf das Thema Nationalmannschaft ansprechen. Dann wird der neue Bundestrainer Jürgen Klopp seinen Kader für die Nations-League-Spiele im September und Oktober benennen.
Mehr Einsatzzeit für Urbig möglich
Der frühere U21-Nationalkeeper war im Winter 2025 für rund sieben Millionen Euro vom damaligen Zweitligisten 1. FC Köln nach München gewechselt. In seiner ersten Zeit beim FC Bayern kam er auf zwölf Pflichtspiele, in der Saison 2025/26 folgten 20 weitere Einsätze.

Neuer soll den jungen Torhüter auf dem Weg zur Nachfolge begleiten. Daher könnte Urbig in der kommenden Spielzeit noch häufiger zum Zug kommen. Neuer hatte zuletzt erklärt, er rechne mit einem ähnlichen Ablauf wie in der vergangenen Saison. Nach dem enttäuschenden WM-Aus hatte der Routinier sein endgültiges Karriereende in der Nationalmannschaft bereits bestätigt.
Aktuell richten beide Torhüter ihren Fokus jedoch ganz auf die Asienreise des FC Bayern. Nach den Tagen auf der ruhigeren Insel Jeju ist Hongkong mit seinen rund 7,5 Millionen Einwohnern ein völlig anderes Umfeld. Urbig zeigte sich beeindruckt von der Begeisterung vor Ort. Die Euphorie der Fans sei etwas Besonderes, sagte er. Auch die Kultur und der hohe Stellenwert des Fußballs in Asien seien für ihn eine neue Erfahrung.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber