Wirtschaft

Studie: Optikern und Hörakustikern gehen Profis aus

Brille, Hörgerät, Prothese? Warum Betroffene oft viel länger warten müssen – und sich die Lage bald noch zuspitzen könnte.

28.07.2026, 04:30 Uhr

Studie: Im Gesundheitshandwerk bleiben tausende Stellen unbesetzt

In mehreren Gesundheitsberufen des Handwerks fehlen in Deutschland weiterhin viele qualifizierte Beschäftigte. Das geht aus einer Untersuchung des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) am Institut der deutschen Wirtschaft hervor. Demnach konnten im Jahr 2025 im Gesundheitshandwerk durchschnittlich 4.389 von 7.267 offenen Stellen nicht besetzt werden. Besonders groß ist der Mangel in der Augenoptik und der Hörakustik.

Vor allem Gesellinnen und Gesellen werden gesucht. Noch schwieriger ist jedoch die Besetzung von Meisterstellen: Von 1.344 offenen Positionen blieb laut Studie mehr als jede achte? Nein, mehr als acht von zehn Stellen vakant. Damit zählt dieser Bereich zu den größten Fachkräftemängeln im gesamten Handwerk.

Studienautorin Lydia Malin verweist auf den demografischen Wandel als wichtigen Grund. Mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung steige auch der Bedarf an Hilfsmitteln und entsprechender Versorgung. Für Patientinnen und Patienten habe das direkte Folgen: längere Wartezeiten, weniger Angebote und teils weite Wege, vor allem auf dem Land. Nach Einschätzung der Autorin dürften sich die Engpässe in den nächsten Jahren weiter verschärfen.

Ausländische Fachkräfte helfen nur begrenzt

Ein weiteres Problem ist die Meisterpflicht im Gesundheitshandwerk. In der Regel dürfen nur Meisterinnen und Meister einen Betrieb gründen, führen und Auszubildende anlernen. Fehlen bereits Gesellen, wird damit auch der Kreis kleiner, aus dem später neue Meister hervorgehen können.

Auch Fachkräfte aus dem Ausland lassen sich nur eingeschränkt einsetzen. Der Grund: In diesen Berufen ist viel direkter Kundenkontakt nötig, oft verbunden mit der verständlichen Erklärung technischer Zusammenhänge. Dafür seien gute Deutschkenntnisse unerlässlich.

Nach Angaben der Expertin gibt es in den meisten dieser Berufe zwar mehr Ausbildungsplätze als Bewerberinnen und Bewerber. Um das zu ändern, müssten diese Tätigkeiten stärker in den Fokus rücken. Malin fordert deshalb mehr öffentliche Aufmerksamkeit für die Berufe und ihre Bedeutung für die Gesellschaft — ähnlich wie es bereits bei sogenannten Klimaberufen der Fall ist.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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