Wirtschaft

Studie: BYD löst Preiskampf bei Hybrid-Autos aus

BYD dreht bei Plug-in-Hybriden auf: Kampfpreise und Mega-Rabatte setzen VW & Co. zu – folgt jetzt der nächste Zollstreit?

30.08.2026, 04:00 Uhr

BYD verschärft laut Dudenhöffer den Preiswettbewerb bei Plug-in-Hybriden

Der chinesische Hersteller BYD treibt nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer den Konkurrenzkampf um Plug-in-Hybride in Deutschland deutlich voran. In einer Marktanalyse des privaten Center Automotive Research (CAR) schreibt er, BYD setze die Konkurrenz gleich auf zwei Wegen unter Druck: mit vergleichsweise niedrigen Listenpreisen und zugleich besonders hohen Rabatten. Plug-in-Hybride kombinieren bekanntlich einen Verbrennungs- mit einem Elektromotor.

Dudenhöffer sieht darin eine Verlagerung des in China bereits laufenden Preiskampfs nach Deutschland. Auf dem chinesischen Markt habe die schwache Nachfrage zu einem intensiven Rabattwettbewerb geführt. BYD setzte im ersten Halbjahr 2026 dort etwas mehr als eine Million Fahrzeuge ab – rund 40 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Nach Einschätzung des Experten belastet die Absatzschwäche im Heimatmarkt den Konzern, während gleichzeitig die Exporte deutlich ausgeweitet würden.

BYD bei Plug-in-Hybriden in Deutschland weit vorne

Nach Angaben Dudenhöffers gehört BYD inzwischen auch bei den Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden in Deutschland zur Spitzengruppe. Im Juli kam der Hersteller in diesem Segment demnach auf einen Marktanteil von 10,7 Prozent und belegte damit Rang vier. Bereits im Mai hatte BYD bei den Zulassungen zeitweise sogar den ersten Platz erreicht – noch vor VW, Audi, BMW und Mercedes-Benz.

Besonders hohe Nachlässe bei BYD-Modellen

Bei den 15 meistverkauften Plug-in-Hybriden in Deutschland lagen die Preisnachlässe im August laut Studie im Durchschnitt bei knapp 20 Prozent. Bei den zwei BYD-Modellen in diesem Ranking fiel der Rabatt jedoch noch deutlich höher aus: 27,5 Prozent beziehungsweise 31,8 Prozent. Zum Vergleich: Im März hatten die durchschnittlichen Rabatte für Hybridfahrzeuge noch bei 18,2 Prozent gelegen. Die Untersuchung stützt sich unter anderem auf Recherchen bei Online-Vermittlern sowie auf Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes.

Ferdinand Dudenhöffer
Dudenhöffer: «Die schlechten Verkäufe in China belasten, gleichzeitig öffnet BYD die Schleusen für erhebliche Exporte». (Archivbild) Quelle: Johannes Neudecker/dpa

Umweltminister Schneider verlangt Zölle

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hatte am Samstag Zölle auf Plug-in-Hybride chinesischer Hersteller gefordert. Gegenüber der Rheinischen Post sagte er, bei Elektromobilität und Batterieproduktion brauche es gegenüber China faire Wettbewerbsbedingungen. Diese seien derzeit schon wegen der aus seiner Sicht starken Unterbewertung der chinesischen Währung nicht gegeben. Für reine Elektroautos existierten bereits Ausgleichszölle, für Plug-in-Hybride aus China bislang jedoch nicht. Schneider sprach sich deshalb dafür aus, auch für diese Fahrzeuge vergleichbare Zölle einzuführen.

Rabatte für E-Autos und Verbrenner leicht rückläufig

Während Plug-in-Hybride stärker über Rabatte verkauft werden, gingen die Nachlässe bei reinen Elektroautos und Verbrennern im August laut Analyse leicht zurück. Für die 25 meistverkauften E-Modelle ermittelte das Institut durchschnittliche Preisnachlässe von 17,4 Prozent, das waren 0,2 Prozentpunkte weniger als im Juli. Bei den beliebtesten Verbrennern lag der durchschnittliche Rabatt bei 18,9 Prozent, ein Rückgang um 0,5 Prozentpunkte.

Auch der Preisabstand beim Kauf zwischen Elektroautos und Verbrennern hat sich etwas verringert, lag aber weiterhin bei mehr als 2.000 Euro. Im Dezember 2025 hatte die Differenz noch 1.328 Euro betragen. Dudenhöffer macht dafür die staatliche Förderung von Elektroautos verantwortlich. Diese wirke aus seiner Sicht kontraproduktiv, weil Hersteller die Prämie nutzten, um ihre eigenen Rabatte für E-Autos zu reduzieren.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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