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Neugeborene: 281-mal diese schlimme Diagnose

Wenige Blutstropfen können Babys vor schweren Folgen schützen: Warum Früherkennung bei Mukoviszidose so entscheidend ist

30.08.2026, 04:00 Uhr

281 Mukoviszidose-Fälle bei Neugeborenen in Bayern binnen zehn Jahren erkannt

In Bayern ist im Rahmen des Neugeborenen-Screenings in den vergangenen zehn Jahren bei 281 Kindern Mukoviszidose festgestellt worden. Nach Angaben von Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) zeigt diese Zahl, dass sich die vor einem Jahrzehnt bundesweit eingeführte Untersuchung auf die Erbkrankheit bewährt hat. Durch die frühe Diagnose konnte bei den betroffenen Kindern rasch mit einer Behandlung begonnen werden.

Mukoviszidose ist eine angeborene Erkrankung, bei der eine Veränderung im Erbgut dazu führt, dass sich in Atemwegen und Organen zäher Schleim ansammelt. Dieser kann chronische Entzündungen auslösen. Oft ist auch die Bauchspeicheldrüse in ihrer Funktion eingeschränkt. In schweren Fällen können wiederkehrende Lungenentzündungen die Lungenfunktion dauerhaft stark beeinträchtigen. Zwar ist die Krankheit bislang nicht heilbar, doch moderne Therapien können Beschwerden lindern und Folgen abmildern. Dadurch ist die Lebenserwartung der Patientinnen und Patienten in den vergangenen Jahren gestiegen.

Gerlach: Früher Nachweis ist entscheidend

Gerlach bezeichnete das Neugeborenen-Screening als großen Erfolg der Präventivmedizin. Es könne sogar Leben retten. Gerade bei Mukoviszidose sei eine Diagnose kurz nach der Geburt besonders wichtig, weil so die Therapie häufig schon beginnen könne, bevor erste Symptome sichtbar werden. Das verbessere die Entwicklungschancen und die Lebensqualität der betroffenen Kinder nachhaltig.

Die Untersuchung auf Mukoviszidose ist seit dem 1. September 2016 Teil des Neugeborenen-Screenings auf angeborene Stoffwechsel- und Hormonstörungen. Dafür werden Babys am zweiten oder dritten Lebenstag einige Tropfen Blut aus der Ferse entnommen und im Labor analysiert. Das Screening ist freiwillig und erfolgt nur mit Zustimmung der Eltern. In Bayern nehmen jedoch seit Jahren rund 99 Prozent der Familien dieses Angebot wahr.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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