Wirtschaft

Intersport startet Filial-Offensive

Schon 1.400 Intersport-Läden – und trotzdem ist Deutschland voller Lücken. Warum der Händler jetzt noch größer angreifen will.

29.08.2026, 10:44 Uhr

Intersport dürfte Expansionsziel vorzeitig erreichen und erwägt weitere Standorte

Der Sporthandelsverbund Intersport kommt bei seiner Expansion in Deutschland schneller voran als vorgesehen. Nach Angaben von Intersport-Deutschland-Chef Alexander von Preen dürfte das Ziel von 100 zusätzlichen Standorten bis 2030 bereits früher erreicht werden. Deshalb hält er es für möglich, noch weitere Filialen auf dieses Ziel draufzupacken. Eine konkrete neue Marke nannte er jedoch nicht. Nach seiner Einschätzung gibt es in Deutschland weiterhin zahlreiche Regionen mit Potenzial für neue Geschäfte.

Bereits mehr Neueröffnungen als ursprünglich geplant

Im noch bis Ende September laufenden Geschäftsjahr hat Intersport bislang 13 neue Geschäfte eröffnet. Neue Standorte entstanden unter anderem in Herford, Göttingen, Bochum, Schapen, Essen, Nürnberg, Cottbus, Freising, Bad Zwischenahn und Nordhorn. In den kommenden Wochen sollen weitere Filialen dazukommen.

Ursprünglich hatte der Verbund für dieses Jahr nur neun Neueröffnungen vorgesehen. Dieses selbst gesteckte Ziel werde nun klar übertroffen, sagte von Preen.

Insgesamt hat Intersport in den vergangenen Jahren 56 neue Läden eröffnet. In diese Zahl fließen allerdings nicht nur komplett neue Geschäfte ein, sondern auch Erweiterungen bestehender Flächen sowie die Umstellung von Standorten auf die Intersport-Markenidentität.

Nach eigenen Angaben ist Intersport Deutschlands größte Sportfachhändlergruppe. Zuletzt gehörten dem Netzwerk bundesweit rund 700 Händler mit mehr als 1.400 Geschäften an. 420 davon treten unter der Marke Intersport auf.

Wachstum soll über neue Standorte und Konzepte kommen

Das Expansionsziel hatte Intersport im Jahr 2023 ausgegeben, um die eigenen Wachstumspläne zu stützen. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll der Umsatz im operativen Geschäft und durch Zukäufe auf rund sechs Milliarden Euro steigen. Damit peilt der Verbund einen Marktanteil von gut 30 Prozent an.

Neben dem Ausbau des Premium-Segments setzt Intersport dabei auch auf neue Ladenformate. Mit sogenannten Superstores will die Genossenschaft vor allem Familien sowie preisbewusste Kundinnen und Kunden ansprechen. Zwei dieser großflächigen Märkte gibt es bereits in Chemnitz und Halle an der Saale. In den kommenden Jahren sollen laut von Preen weitere 10 bis 15 Superstores hinzukommen.

Mit diesem Konzept will sich Intersport insbesondere im Wettbewerb mit Decathlon behaupten. Der französische Sportartikelhändler baut seine Präsenz in deutschen Innenstädten bereits seit geraumer Zeit mit neuen Verkaufsformaten aus.

Verbraucherstimmung belastet das Geschäft

Einen konkreten Ausblick auf den Ausgang des laufenden Geschäftsjahres wollte von Preen kurz vor dem Jahresende noch nicht geben. Er betonte jedoch, dass sich Intersport insgesamt ordentlich schlage. Positiv wirkten sich nach seiner Einschätzung die Stärke des Verbunds und die Entwicklung der unterschiedlichen Handelsformate aus. Zudem habe die Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika dem Geschäft einen kräftigen Schub gegeben.

Im Zusammenhang mit dem Turnier verkaufte Intersport nach eigenen Angaben mehr als 600.000 Trikots. Das wären rund 20 Prozent mehr als bei der Heim-EM 2024, als etwa eine halbe Million Jerseys abgesetzt wurden. Trotz des vergleichsweise frühen Ausscheidens der deutschen Mannschaft sei die Nachfrage hoch geblieben. Von Preen sprach von einer insgesamt „runden Sache“.

Grundsätzlich zeigte sich der Manager zuversichtlich, verwies aber zugleich auf schwierige Rahmenbedingungen. Externe Einflüsse ließen sich nicht vollständig ausblenden. Die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland seien derzeit sehr zurückhaltend. Viele negative Nachrichten, auch aus der Wirtschaft, führten dazu, dass mehr gespart und weniger ausgegeben werde. Die Verunsicherung sitze tief, was sich direkt auf die Kaufbereitschaft auswirke.

Außenumsatz zuletzt auf Vorjahresniveau

Zuletzt stagnierte der Intersport-Außenumsatz bei 3,46 Milliarden Euro und lag damit auf dem Niveau des Vorjahres. Gegenüber dem Rekordjahr 2022/23 entsprach das einem Rückgang von gut einem Prozent. Damit blieb der Verbund hinter den eigenen Erwartungen zurück. Im ersten Halbjahr entwickelte sich das Geschäft der Händler nach Unternehmensangaben wieder besser.

Das Geschäftsjahr von Intersport Deutschland läuft – wie bei vielen anderen Handelsunternehmen – von Anfang Oktober bis Ende September.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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