Wirtschaft

Spritpreise im Keller: Tiefstand seit zwei Monaten

Sprit plötzlich deutlich billiger: E10 fällt unter 2 Euro, mancherorts sogar unter 1,90. Doch wie lange hält der Preisrutsch an?

08.05.2026, 09:58 Uhr

Spritpreise auf Zwei-Monats-Tief – ADAC sieht bei E10 weiter deutliches Senkungspotenzial

Die Preise für Benzin und Diesel in Deutschland sind auf den niedrigsten Stand seit rund zwei Monaten gefallen. Nach Angaben des ADAC kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Donnerstag 1,984 Euro. Das waren 1,8 Cent weniger als am Mittwoch. Für Diesel wurden im Schnitt 2,025 Euro je Liter fällig – ein Rückgang um 3,1 Cent.

Schon am Vortag waren die Preise noch etwas stärker gesunken. Damit haben sich innerhalb kurzer Zeit bei beiden Kraftstoffsorten deutliche Abschläge ergeben. Für E10 ist es laut ADAC der niedrigste Durchschnittspreis seit dem 8. März, bei Diesel sogar seit dem 4. März.

Seitdem lag E10 im bundesweiten Tagesmittel nur ein einziges Mal unter zwei Euro pro Liter – am 1. Mai, dem Start des Tankrabatts. Danach waren die Preise schrittweise wieder gestiegen, was die Debatte über die tatsächliche Weitergabe der Entlastung weiter befeuerte.

Sinkender Ölpreis sorgt für Entlastung

Als wichtiger Grund für den jüngsten Preisrückgang gilt der gesunkene Ölpreis. Nach einem Hoch am Montag hat er deutlich nachgegeben. Der ADAC verweist zudem darauf, dass auch der festere Euro gegenüber dem US-Dollar die Entwicklung dämpft.

Vor etwas mehr als einer Woche lag der Brent-Preis noch über 110 US-Dollar, inzwischen bewegt er sich nur noch im Bereich von 100 Dollar. Nach Einschätzung des ADAC folgen die Kraftstoffpreise diesem Trend inzwischen zwar nach unten, sie bleiben aber weiterhin überhöht – insbesondere mit Blick auf die abgesenkte Energiesteuer von rund 17 Cent je Liter.

Trotz der aktuellen Entspannung lag E10 am Donnerstag nur 14,2 Cent unter dem Niveau vom 30. April, also dem letzten Tag vor Einführung der Steuererleichterung. Diese beträgt 16,7 Cent je Liter. Diesel war zuletzt 19 Cent günstiger als vor dem Rabatt.

Der ADAC geht davon aus, dass die jetzt sichtbaren Preisnachlässe nur zum Teil auf die Energiesteuersenkung zurückzuführen sind. Vor allem bei Super E10 sieht der Autoclub daher weiterhin erhebliches Potenzial für weitere Preissenkungen.

Tankrabatt kommt weiter nicht vollständig an

Der ADAC und das Münchner Ifo-Institut waren bereits zuvor zu dem Schluss gekommen, dass der Tankrabatt nicht vollständig bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen ist. Nach Einschätzung des Ifo wird die Entlastung zwar Schritt für Schritt stärker weitergegeben, aber eben noch nicht komplett.

Laut Ifo-Experte Florian Neumeier wurden mit den Donnerstagswerten bei E10 rund 15 Cent des Rabatts weitergereicht, bei Diesel etwa 14 Cent. Für seine Berechnungen nutzt das Institut unter anderem die Spritpreise in Frankreich als Vergleichsmaßstab.

Ungeachtet des Tankrabatts bleibt Kraftstoff damit weiterhin deutlich teurer als vor dem starken Preissprung zu Kriegsbeginn. Bei Super E10 beträgt der Abstand gut 20,6 Cent pro Liter, bei Diesel 27,9 Cent.

Regional teils E10 für unter 1,90 Euro

Je nach Region und Tankstelle gibt es weiterhin erhebliche Preisunterschiede. So wurden am Morgen etwa in München und Köln zahlreiche Stationen mit E10-Preisen von unter 1,90 Euro je Liter gemeldet. In Berlin gab es ebenfalls einige günstigere Angebote, während solche Preise in Hamburg kaum zu finden waren.

Wer sparen will, sollte zudem auf den richtigen Zeitpunkt achten: Erfahrungsgemäß ist Tanken am späten Vormittag oft am günstigsten. Zur Mittagszeit steigen die Preise häufig deutlich an, bevor sie später wieder fallen. Seit dem 1. April gilt außerdem die sogenannte 12-Uhr-Regel. Sie erlaubt Tankstellen nur noch eine Preiserhöhung pro Tag.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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