Bäckerhandwerk begrüßt geplante Lockerung der Sonntagsarbeit
Das deutsche Bäckerhandwerk unterstützt die Pläne der Bundesregierung, die Regeln für Sonntagsarbeit zu lockern. Derzeit dürfen Beschäftigte in Bäckereien sonntags nur bis zu drei Stunden arbeiten. In diesem engen Zeitfenster müssen sowohl die Produktion als auch die Belieferung der Filialen organisiert werden. Nach Einschätzung des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks ist diese Vorgabe nicht mehr zeitgemäß, da sie aus dem Jahr 1996 stammt und heutigen Anforderungen am Markt sowie in der Produktion nicht mehr gerecht wird.
Geplant ist eine Gesetzesänderung, durch die die bisherige Drei-Stunden-Begrenzung entfallen könnte. Aus Sicht des Verbands würde das für fairere Wettbewerbsbedingungen sorgen. An den Öffnungszeiten der Bäckereien soll sich dadurch allerdings nichts ändern. Für Kundinnen und Kunden hätte die Neuregelung nach Angaben des Verbands daher keine direkten Auswirkungen.
Kritik kommt dagegen von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Sie hält die Annahme, Beschäftigte würden gerne sonntags und dann auch noch länger arbeiten, für realitätsfern. Nach Auffassung der Gewerkschaft könnte eine Ausweitung der Arbeitszeiten an Sonn- und Feiertagen den Beruf in der Branche zusätzlich unattraktiver machen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber