Wirtschaft

Temu, Shein und Co.: Dieser Rekord alarmiert Händler

Temu, Shein & Co. kassieren in Deutschland immer mehr – trotz schwacher Konsumlaune. Warum shoppen jetzt so viele dort?

06.07.2026, 12:27 Uhr

Asiatische Online-Marktplätze erreichen in Deutschland Höchststand

Plattformen aus Asien wie Temu, Shein und AliExpress gewinnen im deutschen E-Commerce weiter an Gewicht. Nach Angaben des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (Bevh) kamen sie im zweiten Quartal auf einen Anteil von 5,3 Prozent am gesamten Online-Umsatz in Deutschland – so viel wie nie zuvor.

Zwischen April und Juni steigerten diese Anbieter ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 20 Prozent auf gut 1,1 Milliarden Euro. Der gesamte Onlinehandel wuchs im selben Zeitraum dagegen nur um 5,1 Prozent. Besonders stark vertreten sind die Plattformen laut Bevh im digitalen Modegeschäft: Dort entfallen inzwischen mehr als 16 Prozent aller Bestellungen auf Temu, Shein und ähnliche Anbieter.

Als wichtigsten Grund für den Erfolg nennt der Verband die niedrigen Preise. Viele Kundinnen und Kunden berichteten zudem von guten Erfahrungen beim Einkauf. Aus Sicht des stellvertretenden Bevh-Hauptgeschäftsführers Martin Groß-Albenhausen ist deshalb denkbar, dass die Plattformen ihren Umsatzanteil weiter ausbauen.

Zoll jetzt auch auf Billig-Bestellungen

Bestellungen mit niedrigem Warenwert aus Ländern außerhalb der EU könnten künftig etwas teurer werden. Seit dem 1. Juli gelten geänderte Zollvorschriften. Eine bisherige Ausnahme für preisgünstige Sendungen wurde gestrichen. Damit fällt nun auch bei Bestellungen unter 150 Euro eine Zollabgabe an. Vorgesehen ist eine Pauschale von 3 Euro je Warengruppe.

Der Bevh rechnet dennoch kaum mit spürbaren Folgen für die Billigimporte aus Asien. Hauptgeschäftsführerin Alien Mulyk verweist darauf, dass viele Anbieter bereits eigene Logistikstrukturen innerhalb Europas aufbauen und sich so an die neuen Bedingungen anpassen.

Verbraucherstimmung auf niedrigem Niveau

Während asiatische Shoppingportale weiter wachsen, bleibt die Stimmung unter den Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland angespannt. Das aktuelle Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland (HDE) zeigt zwar einen positiven Trend, insgesamt liegt das Niveau aber weiterhin niedrig.

Nach Einschätzung des HDE hat vor allem der anhaltende Konflikt im Iran starke Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Verbraucherstimmung. Für das Konsumbarometer werden jeden Monat 1.600 Haushalte repräsentativ unter anderem zu ihrer Spar- und Anschaffungsneigung befragt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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