Wirtschaft

Smart Meter: Warum Verbraucherschützer jetzt warnen

Smart Meter-Pflicht? Vorsicht: Diese Briefe bluffen. Wer wirklich umrüsten muss – und worauf Haushalte jetzt achten sollten.

07.05.2026, 16:17 Uhr

Verbraucherzentrale warnt vor irreführenden Schreiben zu Smart Metern

Verbraucherschützer haben vor Informationsbriefen gewarnt, die den Einbau intelligenter Stromzähler mit Nachdruck empfehlen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW entsteht in diesen Schreiben fälschlicherweise der Eindruck, Haushalte seien gesetzlich verpflichtet, ein Smart Meter installieren zu lassen. Energieexpertin Christina Wallraf erklärte, Absender sei ein wettbewerblicher Messstellenbetreiber.

Nach Darstellung der Verbraucherzentrale gibt es für Privathaushalte jedoch keine allgemeine Pflicht, selbst einen Smart Meter einbauen zu lassen. Die gesetzliche Verpflichtung betreffe vielmehr die sogenannten grundzuständigen Messstellenbetreiber, meist also die örtlichen Netzbetreiber. Diese müssten in bestimmten Fällen intelligente Messsysteme installieren und dabei vorgegebene Einbauquoten erfüllen. Auch die in den Briefen genannte Förderung für den Einbau gebe es nicht.

Von verpflichtenden Einbauten betroffen seien unter anderem Haushalte mit einem Jahresstromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden, Betreiber größerer Photovoltaikanlagen sowie Verbraucher, die eine Wärmepumpe oder eine Wallbox für Elektroautos nutzen. Darüber hinaus könne der zuständige Messstellenbetreiber auch in weiteren Fällen ein intelligentes Messsystem verbauen.

Intelligente Zähler erfassen den Verbrauch im Viertelstundentakt

Ein Smart Meter setzt sich aus einem digitalen Stromzähler und einer Kommunikationseinheit zusammen. Das System erfasst den Stromverbrauch eines Haushalts alle 15 Minuten und übermittelt die Daten an Netzbetreiber und Energieversorger. Dadurch können Verbraucher ihren Stromverbrauch deutlich genauer nachvollziehen und erkennen, zu welchen Zeiten besonders viel Energie genutzt wird. Gleichzeitig helfen die Daten den Netzbetreibern, die Stromnetze gezielter zu steuern. Smart Meter gelten damit als wichtige Grundlage für die fortschreitende Digitalisierung der Energienetze. In Deutschland sind bislang jedoch noch vergleichsweise wenige dieser Systeme installiert.

Angebote genau prüfen und nicht unter Druck setzen lassen

Wettbewerbliche Messstellenbetreiber sind laut Verbraucherzentrale alternative Anbieter für intelligente Messsysteme auf dem freien Markt. Sie könnten etwa dann interessant sein, wenn der örtlich zuständige Betreiber noch keine Smart Meter anbietet. Teilweise seien solche Systeme auch Bestandteil umfassender Angebote zur Optimierung und intelligenten Steuerung des eigenen Stromverbrauchs.

Allerdings wies Wallraf darauf hin, dass die Preise dieser Anbieter nicht staatlich reguliert sind. Für sie gelten also keine gesetzlichen Preisobergrenzen. Verbraucher sollten entsprechende Angebote deshalb sorgfältig vergleichen und sich nicht zu einer schnellen Entscheidung drängen lassen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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