Wirtschaft

Siemens überrascht: Mehr Gewinn, höhere Ziele

Rekord bei Siemens: Die Aufträge explodieren – und auch der heikle Healthineers-Schritt nimmt plötzlich Fahrt auf.

06.08.2026, 07:00 Uhr

Siemens steigert Gewinn und erhöht Jahresprognose

Siemens hat im dritten Quartal seines Geschäftsjahres deutlich zugelegt und blickt nun optimistischer auf das Gesamtjahr. Wie der Münchner Technologiekonzern mitteilte, stieg der Nettogewinn im Zeitraum von April bis Juni auf 2,58 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von rund 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Vorstandschef Roland Busch sprach von einem erneut sehr erfolgreichen Quartal. Siemens sei auf Kurs für ein weiteres starkes Geschäftsjahr und passe deshalb den Ausblick nach oben an. Beim Gewinn je Aktie rechnet das Unternehmen nun mit 11,20 bis 11,50 Euro statt bislang 10,70 bis 11,10 Euro. Auf den Gesamtkonzern gerechnet bedeutet das im Durchschnitt einen zusätzlichen Ergebnisbeitrag in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro.

Auch die künftige Geschäftsentwicklung wirkt robust: Der Auftragseingang legte um 13 Prozent auf knapp 28 Milliarden Euro zu. Nach Angaben des Unternehmens ist das ein neuer Höchstwert. Der Umsatz stieg zugleich auf knapp 21 Milliarden Euro. Weil die Bestellungen damit deutlich über den Erlösen lagen, erreichte auch der Auftragsbestand mit 132 Milliarden Euro einen Rekordwert.

Abspaltung von Healthineers macht Fortschritte

Positiv wirkte sich auch aus, dass Siemens Rückerstattungen von US-Zöllen erhielt. Finanzvorständin Veronika Bienert bezifferte den Gesamtbetrag auf rund 200 Millionen Euro. Der größte Teil entfiel dabei auf die Mehrheitsbeteiligung Siemens Healthineers.

Zugleich arbeitet Siemens weiter daran, seinen Anteil an dem Medizintechnikkonzern von derzeit rund zwei Dritteln auf etwa die Hälfte zu senken. Dies soll über eine Verteilung von Aktien an die eigenen Aktionäre erfolgen.

Die Umsetzung ist steuerlich anspruchsvoll, kommt laut Siemens aber planmäßig voran. Bienert erklärte, die wesentlichen steuerlichen Fragen seien inzwischen wie erwartet verbindlich mit den Behörden geklärt worden. Damit könne die Abspaltung von Siemens Healthineers wie vorgesehen fortgesetzt werden.

Im Februar 2027 sollen die Hauptversammlungen von Siemens und Siemens Healthineers die Pläne bestätigen. Zudem wollen sich Busch und Bienert dann aus dem Aufsichtsrat von Healthineers zurückziehen.

Digitalgeschäft legt kräftig zu

Unter den drei zentralen Konzernsparten zeigte vor allem der Bereich Digital Industries eine starke Entwicklung. Das Ergebnis dieses zuletzt eher schwächeren Segments sprang um 44 Prozent auf 923 Millionen Euro.

Am ertragreichsten blieb jedoch Smart Infrastructure. Hier stieg das Ergebnis um 19 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro. Die Sparte erzielte zudem einen Rekordumsatz, angetrieben auch vom Boom rund um Künstliche Intelligenz. Besonders stark entwickelt sich nach Angaben von Konzernchef Busch das Geschäft mit Rechenzentren. Die Dynamik in diesem Bereich dürfte demnach auch im kommenden Jahr und darüber hinaus anhalten.

Die Bahnsparte Mobility kam auf 280 Millionen Euro Gewinn und lag damit leicht unter dem Vorjahreswert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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