Wirtschaft

Siemens Energy plant radikalen TI-Schritt

Siemens Energy plant den großen Umbau: Diese Sparte soll solo gehen – mit mehr Freiheit, Investoren und neuen Chancen.

25.08.2026, 22:28 Uhr

Siemens Energy plant Eigenständigkeit für Sparte Transformation of Industry

Siemens Energy will seinen Geschäftsbereich Transformation of Industry (TI) auf eigene Beine stellen. Nach Angaben des Konzerns soll die neue Struktur der Sparte mehr unternehmerischen Spielraum geben und zusätzliche Chancen für künftiges Wachstum schaffen. TI bietet unter anderem Industrielösungen, Kompressoren, Verdichter und Elektrolyseure an.

Denkbar sind dabei sowohl der Einstieg externer Investoren als auch ein Schritt an den Kapitalmarkt. Siemens Energy beabsichtigt, den Bereich künftig nicht mehr vollständig in den Konzernabschluss einzubeziehen, zugleich aber eine bedeutende Minderheitsbeteiligung zu halten. Über eine mögliche Abspaltung der kleinsten Sparte des Unternehmens wurde bereits seit längerer Zeit spekuliert. Strategisch will sich Siemens Energy stärker auf Stromerzeugung und Stromübertragung ausrichten.

Deutliche Abgrenzung zu den übrigen Geschäften

Transformation of Industry richtet sich vor allem an Industriekunden, zählt rund 17.000 Beschäftigte und liefert etwa Energieinfrastruktur für die Industrie, Kompressoren für die Ölindustrie sowie Wasserstoff-Elektrolyseure. Damit unterscheidet sich der Bereich klar von den übrigen Energieaktivitäten des Konzerns. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte TI einen Umsatz von rund 5,7 Milliarden Euro.

Nach Darstellung von Siemens Energy steht die Sparte in der aktuellen Konzernstruktur bei Investitionen im Wettbewerb mit Geschäftsfeldern, die noch dynamischer wachsen. Konzernchef Christian Bruch erklärte, ohne eine Anpassung der Struktur würden die Entwicklungsmöglichkeiten von TI begrenzt. Derzeit liege der Investitionsfokus des Unternehmens auf Stromerzeugung und Stromübertragung, da sich dort kurzfristig höhere Renditen erzielen ließen.

Zuvor hatte bereits die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass mehrere Finanzinvestoren Interesse an einem Einstieg hätten. Der Wert der Sparte könnte demnach bei mehr als zehn Milliarden Euro liegen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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