Wirtschaft

September bringt weniger Arbeitslose als gedacht

Weniger Arbeitslose in Bayern – aber der Herbstaufschwung enttäuscht. Warum die neuen Zahlen trotzdem alarmieren.

30.09.2026, 09:55 Uhr

Im September ist die Zahl der Arbeitslosen in Bayern gegenüber dem August leicht um 3.237 auf 330.844 zurückgegangen. Das teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Im Vergleich zum September des Vorjahres waren jedoch 6.687 Menschen mehr arbeitslos gemeldet.

Trotz der saisonalen Herbstbelebung liegt die Arbeitslosigkeit damit für einen September auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Nach Angaben der Regionaldirektion ist die Zahl der Arbeitslosen in diesem Monat so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Die Arbeitslosenquote sank im Freistaat um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent und erreichte damit wieder das Niveau des Vorjahres. Bayern weist damit im bundesweiten Vergleich weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote auf. Grundlage der aktuellen Auswertung ist der Stichtag 14. September.

Vor allem zum Start des Schul- und Ausbildungsjahres ging die Arbeitslosigkeit laut Statistik bei jüngeren Menschen zurück. Gleichzeitig stieg sie bei Langzeitarbeitslosen, Schwerbehinderten und Menschen über 55 Jahren überdurchschnittlich an. Als Gründe nennt die Regionaldirektion die schwache Konjunktur und den Strukturwandel in der Industrie.

Etwas Zuversicht gibt nach Einschätzung der Arbeitsagentur die Entwicklung bei den gemeldeten offenen Stellen. Im Vergleich zum Vorjahr sei hier ein leichter Anstieg zu beobachten, insbesondere im für Bayern wichtigen Verarbeitenden Gewerbe.

Sorgen bereitet den Fachleuten dagegen die Entwicklung bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Nach den aktuellsten hochgerechneten Zahlen waren im Juli 5,93 Millionen Menschen in Bayern sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Rückgang um 18.700 Beschäftigte. Besonders betroffen vom Beschäftigungsabbau sind demnach die Industrie und der Handel.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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