Wirtschaft

Tankrabatt: Ölkonzerne geben ihn ab Mitternacht weiter

Sprit aus dem Rabatt-Lager ist noch kaum da – doch an den Tankstellen sollen die Preise laut en2x trotzdem sofort sinken.

30.09.2026, 09:24 Uhr

Die ab Donnerstag um Mitternacht greifende Steuerentlastung auf Kraftstoffe wirkt sich schon vor dem offiziellen Start auf die Preise an den Zapfsäulen aus. Nach Daten des ADAC war Super E10 am Mittwochvormittag um 10.00 Uhr 4,2 Cent günstiger als zur gleichen Zeit am Vortag, Diesel kostete 3,9 Cent weniger. Kurz vor dem üblichen Preissprung zur Mittagszeit lagen Benzin und Diesel laut dem Spritpreisportal Tankerkönig sogar bei rund 5 Cent unter dem Niveau von 24 Stunden zuvor. Der Preissprung am Mittwochmittag fiel allerdings etwas stärker aus als zuletzt.

Schon am Dienstag waren die Kraftstoffpreise im bundesweiten Tagesdurchschnitt gesunken: Ein Liter E10 kostete laut ADAC im Schnitt 2,258 Euro und damit 1,8 Cent weniger als am Montag. Diesel verbilligte sich um 1,6 Cent auf 2,409 Euro je Liter.

Warum die Preise bereits vor dem Start des Rabatts deutlich nachgegeben haben, lässt sich nach Angaben des ADAC nicht eindeutig erklären. Eine Rolle dürfte demnach die jüngste Entspannung an den internationalen Ölmärkten spielen. Außerdem hätten die Kraftstoffpreise zuletzt ein außergewöhnlich hohes Niveau erreicht. Die aktuelle Entwicklung zeige, dass auf dem derzeit sehr hohen Preisniveau durchaus Spielraum für Preisnachlässe vorhanden sei.

Um Mitternacht dürfte es weiter nach unten gehen

In der Nacht auf Donnerstag dürften die Preise nochmals sinken. Dann tritt der Steuernachlass von 16,7 Cent je Liter in Kraft. Formal gilt er zwar nur für Kraftstoff, der nach Mitternacht Raffinerien und Tanklager verlässt. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) erwartet dennoch, dass die Entlastung sofort und vollständig an die Kundinnen und Kunden weitergegeben wird. Hauptgeschäftsführer Christian Küchen erklärte, die erneute Senkung von Energie- und Mehrwertsteuer werde ohne Einschränkungen und ohne zusätzliche Aufschläge weitergereicht – so wie bereits bei den Maßnahmen im Mai und Juni.

Der ADAC zeigt sich allerdings zurückhaltender. Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer erwartet, dass die Preise schrittweise sinken werden. Der Automobilclub fordert zwar eine vollständige und möglichst schnelle Weitergabe des Steuervorteils, hält es aber für möglich, dass es Mitnahmeeffekte geben könnte und der Rabatt damit nicht komplett bei den Autofahrerinnen und Autofahrern ankommt.

Dem widerspricht en2x mit Verweis auf den intensiven Wettbewerb unter rund 14.000 Tankstellen in Deutschland. Untersuchungen, die zu anderen Ergebnissen kämen, blendeten nach Ansicht des Verbands oft aus, dass sich neben den Steuern auch andere preisbestimmende Kostenfaktoren laufend veränderten.

Allerdings gibt es dazu weiter abweichende Bewertungen. So waren unter anderem das Ifo-Institut, die Monopolkommission und auch das Bundeskartellamt nach dem Tankrabatt im Mai und Juni zu dem Schluss gekommen, dass die damalige Entlastung zwar weitgehend, aber nicht vollständig bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen sei. en2x hat dieser Einschätzung stets widersprochen.

Keine Engpässe erwartet

Dass Tankstellen wegen der voraussichtlich höheren Nachfrage am Donnerstag der Kraftstoff ausgehen könnte, erwartet der ADAC nicht. Nach Einschätzung von Experte Laberer war es auch beim vorherigen Tankrabatt im Mai zu keinen Engpässen gekommen – obwohl damals mit dem 1. Mai zusätzlich noch ein Feiertag eine Rolle gespielt habe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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