Wirtschaft

Schwarzarbeit: Millionenbetrug?

Scheinrechnungen, Bargeld, Millionen-Schaden? Der Zoll geht gegen Schwarzarbeit vor – diese Bundesländer stehen im Fokus.

12.05.2026, 13:31 Uhr

Mit Razzien in Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen sind Zoll und Staatsanwaltschaft gegen den Verdacht auf Schwarzarbeit vorgegangen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Würzburg und des Hauptzollamts Schweinfurt könnte den Sozialversicherungen dabei ein Schaden von rund 1,9 Millionen Euro entstanden sein. Im Mittelpunkt stehen sogenannte Kick-Back-Zahlungen im Ausbaugewerbe.

Die Ermittler richten sich gegen eine mutmaßliche Tätergruppe aus Südosteuropa, der vorgeworfen wird, ein illegales System zur Auszahlung von Schwarzlöhnen betrieben zu haben. Laut den Behörden sollen die Beschuldigten einen Handwerksbetrieb am bayerischen Untermain führen.

Umfangreiche Durchsuchungen

Rund 200 Einsatzkräfte durchsuchten insgesamt 19 Wohn- und Geschäftsräume. Dabei wurden nach Behördenangaben Beweismittel sichergestellt, darunter Akten, elektronische Speichermedien, Smartphones und Laptops. Die Auswertung der Unterlagen und Daten steht noch aus. Für alle Beschuldigten gilt zunächst die Unschuldsvermutung.

So soll das System funktioniert haben

Nach Darstellung von Zoll und Staatsanwaltschaft lief das Modell meist so ab: Schein- oder Servicefirmen stellten Rechnungen für Leistungen aus, die tatsächlich nie erbracht wurden. Diese Rechnungen wurden offiziell per Überweisung beglichen und konnten dadurch in der Buchhaltung als Betriebsausgaben erscheinen.

Anschließend hoben Hinterleute der beteiligten Firmen das Geld in bar ab. Nach Abzug einer Provision soll der Betrag an den Auftraggeber zurückgeflossen sein. Auf diese Weise entstand laut den Ermittlern Schwarzgeld, das genutzt worden sein soll, um Beschäftigte illegal zu bezahlen, ohne dafür Steuern oder Sozialabgaben zu entrichten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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