Wirtschaft

Schon wieder Ärger mit Boeings 737 Max

Kaum schien Boeings Problemjet 737 Max rehabilitiert, taucht schon der nächste Fehler auf – und weckt alte Zweifel.

27.09.2026, 00:07 Uhr

Boeing hat bei seinem weit verbreiteten Flugzeugtyp 737 Max einen weiteren Softwarefehler entdeckt. Nach Angaben des Unternehmens kann es bei einzelnen Maschinen vorkommen, dass nach einem abgebrochenen Landeanflug die automatische vertikale Navigation bei einem erneuten Anflug zunächst nicht verfügbar ist. In diesem Fall stünde den Crews vorübergehend nur ein niedrigeres Maß an Automatisierung zur Verfügung.

Boeing erklärte zugleich, Piloten seien dafür ausgebildet, Flugzeuge auch ohne diese Unterstützung sicher zu landen. Zudem lasse sich das System mit mehreren Schritten wieder aktivieren. Der Konzern arbeitet nach eigenen Angaben an einem Software-Update, das den Fehler dauerhaft beheben soll. Wie viele der mehr als 2.000 ausgelieferten 737-Max-Jets betroffen sind, ist bislang offen.

Flugzeugtyp mit belasteter Vergangenheit

Die 737 Max ist jenes Modell, das Boeing in die schwerste Krise seiner Unternehmensgeschichte stürzte. Bei zwei Abstürzen in den Jahren 2018 und 2019 kamen insgesamt 346 Menschen ums Leben.

Im Mittelpunkt stand damals ein Assistenzsystem, das die Piloten unterstützen sollte, in bestimmten Situationen jedoch zu stark in die Flugsteuerung eingriff. Boeing-Mitarbeiter hatten im Zuge der Zulassung gegenüber den US-Behörden argumentiert, besondere Schulungen für diese Software seien nicht notwendig. In der Folge musste die Produktion der 737 Max gestoppt werden; sie läuft bis heute nur eingeschränkt.

Auch danach geriet der Jet immer wieder wegen technischer Probleme in die Schlagzeilen. Für neue Zweifel am Qualitätsmanagement sorgte etwa ein Vorfall im Januar 2024, als bei einer fast neuen 737 im Steigflug ein Teil des Rumpfes herausbrach.

Airlines wurden informiert

Ein Boeing-Sprecher sagte, alle Fluggesellschaften mit 737-Max-Flugzeugen seien bereits im August über den neuen Softwarefehler unterrichtet worden. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" habe Boeing dabei erklärt, dass daraus kein Sicherheitsrisiko entstehe. Der Zeitung zufolge wollen die US-Fluggesellschaften Southwest und United jedoch keine Maschinen übernehmen, die mit dem Fehler ausgeliefert werden. Die US-Luftfahrtbehörde FAA untersucht den Fall.

Nach Informationen des Blatts wurde Boeing erstmals im November 2024 von einem Betreiber auf das Problem aufmerksam gemacht. Zunächst habe es so ausgesehen, als erfülle der Fehler nicht die Kriterien für eine sicherheitstechnische Prüfung. Diese sei nun im September eingeleitet worden. Ursache des Problems soll ein Software-Update sein. Vertreter der Branche sehen insbesondere die zusätzliche Belastung für die Piloten kritisch, weil der Mehraufwand rund um die vertikale Navigation gerade im Landeanflug problematisch sein könnte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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