Wirtschaft

Rückruf-Ärger: VW-Fahrer müssen doppelt in die Werkstatt

Lenkungsausfall droht: VW, Audi und Seat rufen Modelle zurück – doch ausgerechnet die entscheidende Schraube fehlt.

26.09.2026, 13:26 Uhr

VW-Kunden müssen sich bei einem groß angelegten Rückruf womöglich auf zwei Werkstatttermine einstellen. Hintergrund ist Korrosion an einer Befestigungsschraube der Lenkung.

Zum Auftakt der Aktion könnte die eigentlich vorgesehene Schraube laut einer internen Werkstattinformation nicht in ausreichender Stückzahl verfügbar sein. In solchen Fällen darf vorübergehend eine andere Schraube verbaut werden. Der Rückruf gilt damit jedoch noch nicht als endgültig erledigt: Sobald das korrekte Teil lieferbar ist, müssen die betroffenen Fahrzeuge erneut in die Werkstatt.

Übergangslösung bei fehlenden Teilen

Ein Sprecher von Volkswagen bezeichnete dieses Vorgehen als sinnvoll. So könne verhindert werden, dass Fahrzeuge mit festgestellter Korrosion unrepariert wieder an Kunden zurückgegeben werden, nur weil das richtige Ersatzteil gerade nicht vorhanden ist.

Wie viele Fahrzeuge insgesamt betroffen sind, war zunächst offen. Für Deutschland nannte VW rund 895.000 Fahrzeuge der Marke Volkswagen, weltweit etwa 2,1 Millionen.

Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts sind in Deutschland insgesamt mindestens 950.000 Fahrzeuge von VW sowie den Konzernmarken Audi und Seat in die Rückrufaktion einbezogen. Bei VW betrifft dies die Modelle Tiguan, Touran, Golf Variant, Golf Sportsvan und Caddy, die zwischen September 2013 und Juli 2024 produziert wurden. Die Reparatur soll bis zu einer Stunde dauern.

Auch Audi und Seat betroffen

Nach früheren Unternehmensangaben wurde bei internen Qualitätskontrollen festgestellt, dass es bei bestimmten Volkswagen-Baureihen zu Problemen an der Lenkung kommen kann. Unter bestimmten Umwelteinflüssen und nach langer Nutzung, insbesondere bei Einwirkung von Streusalz, kann die betreffende Schraubverbindung korrodieren. Wenn die Korrosion weiter fortschreitet, könnte in einzelnen Fällen die Befestigung der Lenkung und damit ihre Funktion beeinträchtigt werden.

Auch bei Seat gibt es einen Rückruf. Betroffen sind die Modelle Ateca und Tarraco aus dem Produktionszeitraum von April 2016 bis September 2024. Wie viele Fahrzeuge hier betroffen sind, wurde zunächst nicht genannt.

Bei Audi betrifft das Problem den Q3, sofern er zwischen Oktober 2017 und Mai 2024 gebaut wurde. Laut Kraftfahrt-Bundesamt kommen weltweit fast 700.000 Fahrzeuge infrage, davon mehr als 58.500 in Deutschland. Ein Audi-Sprecher erklärte, bislang seien in diesem Zusammenhang keine Personen- oder weitergehenden Sachschäden bekannt geworden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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