Zverev verpasst beim Laver Cup Europas Führung
Alexander Zverev hat Team Europa beim Laver Cup in London nicht erneut in Front bringen können. Der deutsche Tennisprofi verlor sein Einzel gegen den Australier Alex De Minaur im entscheidenden Match-Tiebreak mit 9:11, obwohl er zwischenzeitlich einen Matchball hatte. Zuvor hatte Zverev den ersten Satz klar mit 6:2 gewonnen, ehe er den zweiten Durchgang im Tiebreak mit 6:7 (5:7) abgab.
Der Erfolg brachte dem Team Welt zwei Punkte ein und bedeutete eine 5:3-Führung. Am späteren Abend sollte Zverev noch im Doppel antreten, gemeinsam mit dem Norweger Casper Ruud. Das Turnier endet am Sonntag, zum Gesamtsieg werden 13 Punkte benötigt.
Federer lobt Zverev, sieht Sinner aber vorne
Vor der Partie hatte Roger Federer positive Worte für Zverev gefunden. Der Schweizer, der den Laver Cup ins Leben gerufen hatte, sagte, der Hamburger sei nun endlich dort angekommen, wo viele ihn schon lange erwartet hätten: an der Spitze des Sports als Grand-Slam-Sieger.
Als besten Spieler der laufenden Saison sieht Federer dennoch Jannik Sinner. Der Italiener habe bei den Masters-1000-Turnieren eine beeindruckende Dominanz gezeigt und bis zu seiner Verletzung auf höchstem Niveau gespielt.
Rennen um die Nummer eins bleibt offen
Ungeachtet der Niederlage in London hat sich Zverev im Kampf um Platz eins der Weltrangliste etwas herangearbeitet. Sinner, der aktuell an der Spitze steht, sagte seinen Start beim ATP-Turnier in Peking wegen anhaltender Kniebeschwerden ab. Damit entgehen ihm die 500 Punkte aus dem Vorjahr, die er als Titelverteidiger hätte verteidigen müssen.
Auch bei den restlichen Veranstaltungen bis zum Saisonende hat Sinner mehr Punkte zu verteidigen als Zverev. Im Live-Ranking liegt der Deutsche derzeit noch 1.370 Zähler hinter dem Italiener.
Show-Event ohne Weltranglistenpunkte
Beim Laver Cup selbst werden keine Punkte für die Weltrangliste vergeben. Dennoch gilt das Mannschaftsevent unter den Spielern als prestigeträchtig und wird entsprechend ernst genommen. Seit 2017 treten dort jährlich Europas beste Spieler gegen eine Auswahl des Rests der Welt an.
Angeführt wird Team Europa derzeit vom früheren französischen Profi Yannick Noah. Team Welt wird von US-Legende Andre Agassi betreut. Auf der Tribüne verfolgte auch dessen Ehefrau Steffi Graf, 22-malige Grand-Slam-Siegerin, Zverevs Auftritt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber