Wirtschaft

Rheinmetall-Chef fordert Stopp für KI-Waffen

Entscheidet bald KI über Leben und Tod im Krieg? Ein Rüstungschef warnt jetzt eindringlich vor dieser düsteren Zukunft.

19.06.2026, 05:20 Uhr

Rheinmetall-Chef fordert weltweite Regeln für KI in Waffensystemen

Rheinmetall-Vorstandschef Armin Papperger hat angesichts der schnellen technologischen Entwicklung in der Rüstungsindustrie internationale Vorgaben für den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Krieg verlangt. Aus seiner Sicht müsse auch in Zukunft stets ein Mensch darüber entscheiden, ob eine Waffe eingesetzt wird – nicht eine Maschine.

Am Rande der Rüstungsmesse Eurosatory in Villepinte bei Paris sagte Papperger der Deutschen Presse-Agentur, dass die technischen Möglichkeiten in den kommenden zehn Jahren stark zunehmen würden. Deshalb brauche es klare Grenzen, vergleichbar mit internationalen Regeln für Atomwaffen. Solche Leitplanken könnten weder Unternehmen noch Einzelpersonen allein festlegen, sondern müssten etwa durch einen Ethikrat oder per UN-Resolution beschlossen werden.

Rheinmetall entwickelt unter anderem Drohnen, Militärfahrzeuge und Schiffe, die mithilfe von KI auch autonom navigieren können. Nach Angaben des Unternehmens bleibt bei allen eigenständig arbeitenden Waffensystemen jedoch der Mensch die letzte Instanz, wenn es um den Einsatz von Gewalt geht. Papperger betonte, Rheinmetall stelle kein System her, bei dem diese abschließende Entscheidung nicht beim Menschen liege. Dieses Prinzip des sogenannten „Human in the Loop“ sei Teil des ethischen Selbstverständnisses des Konzerns.

Technisch wäre es laut Papperger bereits heute möglich, einer KI auch die Entscheidung über einen Angriff zu überlassen. Rheinmetall und seine Nato-Kunden lehnten dies jedoch ab. Problematisch könne es werden, wenn gegnerische Streitkräfte in einem Konflikt anders handelten und Maschinen die letzte Entscheidung überließen. Gerade deshalb seien weltweit verbindliche Regeln notwendig, so Papperger.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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