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Hantavirus: Kommt jetzt das Quarantäne-Ende?

Hoffnung nach Hantavirus-Alarm auf dem Kreuzfahrtschiff: Die Quarantäne endet – doch ein rätselhaftes Detail bleibt offen.

19.06.2026, 05:00 Uhr

Ende der Quarantäne für deutsche Passagiere nach Hantavirus-Fällen in Sicht

Für die deutschen Passagiere des Kreuzfahrtschiffs „Hondius“, die sich nach dem Hantavirus-Ausbruch noch in Isolation befinden, zeichnet sich ein baldiges Ende der Quarantäne ab. Nach Informationen der zuständigen Behörden können die verbliebenen Betroffenen ihre häusliche Absonderung in den nächsten Tagen beenden.

In der Region Heilbronn endet die Quarantäne für eine betroffene Person am Wochenende, in Mittelsachsen läuft sie ebenfalls in Kürze aus. Nach Behördenangaben geht es beiden gut. Auch in Bayern blieben zwei Kontaktpersonen ohne Symptome. Eine von ihnen hat die Isolation bereits hinter sich, bei der zweiten sollte sie voraussichtlich am Samstag enden. Eine der beiden Personen war zunächst in der Uniklinik Düsseldorf betreut worden. Auch aus Berlin wurde gemeldet, dass die Quarantäne einer Kontaktperson in Kürze abgeschlossen sein dürfte.

Die Maßnahmen orientieren sich weitgehend an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die eine Beobachtung der Passagiere und Crewmitglieder bis zum 21. Juni angeraten hatte.

Seltene Übertragung zwischen Menschen

Auf der in Argentinien gestarteten Kreuzfahrt der niederländischen Reederei Oceanwide Expeditions hatten sich mehrere Menschen mit dem Andes-Hantavirus infiziert. Drei Personen starben, weitere erkrankten. Das Andesvirus ist unter den Hantaviren eine Besonderheit, da in seltenen Fällen auch Übertragungen von Mensch zu Mensch vorkommen können. Normalerweise werden Hantaviren durch Nagetiere verbreitet, etwa über aufgewirbelte Partikel aus deren Ausscheidungen.

Hantavirus-Ausbruch - Teneriffa
Personen in Schutzbekleidung und mit Masken (r) gehen im Hafen von Granadilla auf Teneriffa an Land, nachdem sie mit einem Boot von dem vom Hantavirus betroffenen Kreuzfahrtschiff MV Hondius gebracht wurden Quelle: Manu Fernandez/AP/dpa

An Bord der „Hondius“ befanden sich rund 150 Menschen aus 23 Ländern. Wegen des Ausbruchs machte das Schiff im Mai auf Teneriffa fest. Von dort aus wurden die Menschen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimatländer gebracht. Auch in anderen Staaten wie Kanada, Frankreich und Spanien wurden Infektionen bei Mitreisenden bestätigt.

Nach WHO-Angaben befinden sich die überlebenden Infizierten auf dem Weg der Besserung; einige konnten Krankenhäuser bereits verlassen. Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung war von der WHO schon vor Wochen als gering eingestuft worden.

Die gründlich desinfizierte „Hondius“ ist inzwischen wieder zu einer neuen Expedition aufgebrochen. Die Crew soll nach Abschluss ihrer Quarantäne in den kommenden Tagen in ihre Heimat zurückfliegen.

Ursprung der Infektion weiterhin unklar

Bislang ist trotz intensiver Ermittlungen nicht geklärt, wo sich die Passagiere genau mit dem Virus angesteckt haben. Da das Schiff am 1. April von Ushuaia in der südargentinischen Provinz Tierra del Fuego abgelegt hatte, konzentrierten sich die ersten Untersuchungen auf diese Region.

Mitarbeiter des argentinischen Forschungsinstituts Malbrán stellten dort Fallen auf, um mögliche Virusträger unter den Nagetieren zu finden. Die als wichtigster Überträger des Andesvirus geltende Langschwanz-Zwergreisratte wurde dabei jedoch nicht nachgewiesen. Auch in der weiter nördlich gelegenen Provinz Mendoza an der Grenze zu Chile wurden keine verdächtigen Tiere gefangen.

Verdacht auf Ansteckung während einer Wohnmobilreise

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein niederländisches Paar, das später an der Infektion starb. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Tierra del Fuego war das Paar nach monatelangen Reisen durch Argentinien, Chile und Uruguay am 29. März in Ushuaia angekommen und zwei Tage später an Bord der „Hondius“ gegangen. Bereits am 3. April traten erste Symptome auf.

Die Virologin Valeria Martínez vom Malbrán-Institut erklärte laut dem Fachmagazin Science, eine derart kurze Inkubationszeit sei zwar nicht ausgeschlossen, aber sehr unwahrscheinlich. Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation gibt für das Hantavirus eine Inkubationszeit von sieben bis 39 Tagen an.

Derzeit gilt als wahrscheinlich, dass sich ein infiziertes Nagetier schon während der Reise des Paares in einer anderen Region in das Wohnmobil geschlichen haben könnte. Martínez zufolge komme es gerade zu Beginn des Winters häufiger vor, dass Nagetiere auf der Suche nach Nahrung und Schutz in Fahrzeuge eindringen.

In Uruguay, wo das Paar das Wohnmobil nach der Reise abgestellt hatte, wurde das Fahrzeug von Wissenschaftlern untersucht. Laut der Virologin Adriana Delfraro fanden sich jedoch weder Kotspuren noch andere eindeutige Hinweise auf Nagetiere. Abstriche aus dem Fahrzeug sollen nun klären, ob sich Spuren des Virus oder Hinweise auf dessen tierischen Wirt nachweisen lassen. Eine eindeutige Antwort gibt es bislang aber nicht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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