Fußball

Neuers DFB-Ansage zu Urbig – und was er Baumann sagt

Neuer überraschend wieder Deutschlands Nummer eins – und was er jetzt über Nachfolger Urbig und Oliver Baumann verrät.

19.06.2026, 05:13 Uhr

Neuer richtet den Blick auf den nächsten WM-Schritt

Manuel Neuer hat vor dem zweiten Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Nordamerika den Fokus klar auf die nächste Aufgabe gelegt. Vor dem Duell mit der Elfenbeinküste am Samstagabend in Toronto betonte der Rekordtorwart, dass bei diesem Turnier vor allem der „Extrameter“ entscheidend sei. Die Bedingungen erinnerten ihn in Teilen an frühere Weltmeisterschaften, bei denen Kleinigkeiten den Unterschied gemacht hätten.

Für Neuer wird die Partie auch persönlich besonders: Mit seinem 21. WM-Einsatz steigt er zum alleinigen Rekordtorwart bei Weltmeisterschaften auf. Nach seinem Comeback im DFB-Team ist der 40-Jährige erneut die Nummer eins und bestreitet in den USA sein fünftes WM-Turnier.

Frühes Weiterkommen möglich

Nach dem 7:1 zum Auftakt gegen Curaçao kann Deutschland bereits mit einem weiteren Sieg das Achtelfinale erreichen. Für Neuer wäre das ein Novum: Weder bei seinem WM-Debüt 2010 noch beim Titelgewinn 2014 war das Weiterkommen schon nach zwei Spielen gesichert.

Neuer machte deutlich, dass genau das nun das Ziel sei. Zugleich verwies er auf die von Bundestrainer Julian Nagelsmann vorgegebene Schritt-für-Schritt-Haltung. Über mögliche spätere Gegner wie Frankreich wolle man im Team noch nicht sprechen, entscheidend sei allein das kommende Spiel.

Warnung vor den schnellen Ivorern

Mit der Elfenbeinküste wartet aus Sicht der DFB-Elf der erste echte Härtetest dieses Turniers. Besonders groß ist der Respekt vor der Schnelligkeit in der Offensive. Im Mittelpunkt steht dabei Yan Diomande, dazu kommen weitere gefährliche Angreifer wie Bazoumana Touré und Nicolas Pepe.

Neuer mahnte deshalb eine saubere Restverteidigung an. Wichtig werde sein, in Umschaltsituationen gut abgesichert zu sein und vor allem die Duelle um zweite Bälle zu gewinnen. Auch Antonio Rüdiger warnte davor, trotz des erwarteten hohen Ballbesitzanteils die Ordnung gegen den Ball zu vernachlässigen.

Brown vor großer Bewährungsprobe

Besondere Aufmerksamkeit gilt auf deutscher Seite Nathaniel Brown. Der Defensivspieler steht nach seinem starken WM-Start vor der nächsten anspruchsvollen Aufgabe, sollte er erneut direkt gegen Diomande verteidigen müssen. Browns Saisonbilanz gegen den Leipziger Angreifer spricht zwar nicht für ihn, dennoch erhielt er Rückendeckung aus dem Team.

Rüdiger verwies darauf, dass Brown bereits in einem Länderspiel im März einen anderen schnellen und robusten Offensivspieler gut kontrolliert habe. Klar sei aber, dass die Stürmer der Elfenbeinküste enorme Dynamik mitbrächten.

Nagelsmann angespannt vor dem Schlüsselspiel

Auch Julian Nagelsmann wirkte vor dem Spiel hochkonzentriert. Beim Training war der Bundestrainer zwischenzeitlich sogar selbst im Tor zu sehen, ehe er das Geschehen nachdenklich verfolgte. Für die deutsche Mannschaft geht es nicht nur um den Einzug in die K.-o.-Runde, sondern auch um eine möglichst günstige Turnierroute.

Eine Niederlage würde den Gruppensieg stark gefährden und die Lage vor dem letzten Vorrundenspiel gegen Ecuador deutlich komplizierter machen. Zudem möchte das DFB-Team lange Reisen und schwierigere Zwischenrunden-Konstellationen möglichst vermeiden.

Neuer traut Urbig weiterhin viel zu

Unabhängig von der aktuellen Turnierlage hält Neuer es weiterhin für gut möglich, dass sein junger Teamkollege Jonas Urbig eines Tages auch im Tor der Nationalmannschaft seine Nachfolge antreten kann. Der Bayern-Kapitän sagte, Urbig habe seine Entwicklung selbst in der Hand und befinde sich auf einem sehr guten Weg.

Der 22-Jährige ist von Bundestrainer Nagelsmann als zusätzlicher Trainingstorwart für das Turnier nominiert worden. Für Neuer ist das eine wertvolle Erfahrung für den jungen Keeper, weil er bei einer Weltmeisterschaft Abläufe kennenlernen, Eindrücke sammeln und die Mannschaft unterstützen kann.

„Jonas ist eine Bereicherung“

Mit Urbig verbindet Neuer besonders viel, weil beide auch beim FC Bayern regelmäßig zusammenarbeiten. Neuer bezeichnete den Nachwuchstorwart als echten Gewinn für die Gruppe. Urbig trainiere auf hohem Niveau und arbeite mit großem Einsatz an seiner Zukunft.

Deshalb sieht Neuer ihn nicht nur als Trainingskeeper, sondern als vollwertigen Teil des Teams. Wegen der FIFA-Regeln darf Urbig bei den WM-Spielen zwar nicht auf der Ersatzbank sitzen, innerhalb des Kaders spielt er aus Neuers Sicht aber dennoch eine wichtige Rolle.

Beim FC Bayern wird Urbig unter Trainer Vincent Kompany bereits als möglicher Nachfolger aufgebaut. Neuer hat seinen Vertrag zwar noch einmal verlängert, soll aber weiter behutsam entlastet werden.

Lob auch für Baumann und Nübel

Gleichzeitig hob Neuer erneut die Qualität der anderen Torhüter im Aufgebot hervor. Oliver Baumann von der TSG Hoffenheim und Alexander Nübel vom VfB Stuttgart hätten in ihren Clubs starke Spielzeiten gezeigt.

Besonders Baumanns Leistungen in der WM-Qualifikation würdigte Neuer ausdrücklich. Nach der erneuten Verletzung von Marc-André ter Stegen war Baumann zwischenzeitlich zur Nummer eins aufgerückt, ist bei diesem Turnier nun aber wieder die Nummer zwei hinter Neuer.

Enges Verhältnis im Torwartteam

Über sein Verhältnis zu Baumann sprach Neuer ebenfalls offen. Beide arbeiteten täglich eng zusammen und hätten ein sehr gutes Miteinander. Gerade auf dem Platz sei gegenseitige Unterstützung entscheidend.

Zum Start der WM-Vorbereitung in Herzogenaurach habe es zudem ein längeres Gespräch zwischen ihm und Baumann gegeben. Über Details wollte Neuer nicht sprechen, betonte aber noch einmal seinen großen Respekt für alle vier Torhüter im deutschen Kader. Innerhalb der Gruppe gehe man sehr kollegial miteinander um und arbeite gemeinsam für den Erfolg der Mannschaft.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen