EU und Mexiko besiegeln modernisiertes Partnerschafts- und Handelsabkommen
Nach rund zehn Jahren Verhandlungen haben die Europäische Union und Mexiko die überarbeitete Version ihres Handels- und Partnerschaftsabkommens von 2000 unterzeichnet. Beim Abschluss eines bilateralen Gipfels in Mexiko-Stadt bekannten sich beide Seiten ausdrücklich zum Multilateralismus.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa waren gemeinsam mit einer größeren Delegation in die mexikanische Hauptstadt gereist. Dort trafen sie Präsidentin Claudia Sheinbaum.
Vor dem Hintergrund der protektionistischen US-Handelspolitik unter Präsident Donald Trump und weiterer internationaler Unsicherheiten wollen beide Partner ihre wirtschaftlichen Beziehungen breiter aufstellen. Das erste Gipfeltreffen zwischen der EU und der zweitgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas seit einem Jahrzehnt soll die Zusammenarbeit deutlich vertiefen.
In der gemeinsamen Abschlusserklärung betonten beide Seiten, dass sie in einer Zeit wachsender Turbulenzen und tiefgreifender Veränderungen ihre strategische Partnerschaft ausbauen, vertiefen und erneuern wollen.
Größerer Marktzugang und weniger Handelshemmnisse
Zusammen bilden die EU und Mexiko einen Markt mit mehr als 580 Millionen Menschen. Mit dem modernisierten Abkommen schafft Mexiko nahezu sämtliche bisherigen Zölle auf Importe aus der EU ab. Außerdem sollen bürokratische Hürden im Handel reduziert, zahlreiche geschützte Herkunftsbezeichnungen anerkannt und der Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen erleichtert werden. Neu aufgenommen wurde zudem der Bereich digitaler Handel.
Das globale Abkommen geht über klassische Handelsfragen hinaus und enthält auch Bestimmungen zu Klimaschutz, Menschenrechten und internationaler Zusammenarbeit. Zusätzlich wurde ein Interimshandelsabkommen unterzeichnet. Dieses soll später nach Abschluss des vollständigen Ratifizierungsverfahrens in der EU durch das umfassende Globalabkommen ersetzt werden.
Mexiko bleibt zentraler Handelspartner in Lateinamerika
Mexiko ist der elftwichtigste Handelspartner der Europäischen Union und zugleich Deutschlands bedeutendster Partner in Lateinamerika. Das jährliche Handelsvolumen zwischen der EU und Mexiko liegt bei etwa 86 Milliarden Euro. Davon entfallen rund 53 Milliarden Euro auf EU-Exporte nach Mexiko und knapp 34 Milliarden Euro auf Einfuhren aus dem lateinamerikanischen Land.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion