Auf dem Gelände einer Grundschule im Nürnberger Stadtteil Steinbühl ist eine Turnhalle bei einem Großbrand schwer beschädigt worden. Das Feuer war am Freitagabend ausgebrochen. In der Nacht stand das Dach der Halle komplett in Flammen, der Dachstuhl stürzte teilweise ein. Das Hauptgebäude der Schule mit den Unterrichtsräumen sowie der Hort wurden nach aktuellem Stand nicht beschädigt.
Allerdings waren nach Angaben der Stadt weitere von der Schule genutzte Räume von dem Feuer betroffen. Die Kommune sucht deshalb nun nach Ausweichmöglichkeiten: Die Schulverwaltung arbeite bereits intensiv an Lösungen, vor allem für den Sportbetrieb der 460 Schülerinnen und Schüler nach den Pfingstferien.
Großaufgebot bis Samstagnachmittag im Einsatz
Die Flammen griffen laut Einsatzkräften auf die gesamte Dachkonstruktion im Inneren der Halle über. Um ein Übergreifen auf benachbarte Gebäude zu verhindern, setzte die Feuerwehr unter anderem vier Drehleitern ein. Das gelang, auch wenn die Sporthalle massiv beschädigt wurde.
Feuerwehr, Rettungsdienst und das Technische Hilfswerk waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Zeitweise waren knapp 200 Kräfte im Einsatz. Der Brand selbst wurde noch in der Nacht gelöscht, die Nachlöscharbeiten zogen sich jedoch bis in den Samstagnachmittag. Bei dem Einsatz wurde ein Feuerwehrmann leicht an der Hand verletzt.
Allerdings bleiben beziehungsweise blieben Einsatzkräfte zur Brandwache an der Halle, damit sie bei einem möglichen erneuten Aufflammen schnell eingreifen können.
Blechverkleidung und Oberleitungen erschwerten den Einsatz
Als besonders schwierig galten die Bauweise der Halle, ihre Blechverkleidung und die angrenzenden Oberleitungen der Straßenbahn. Teile der Verkleidung mussten aufwendig abmontiert werden, damit auch versteckte Glutnester erreicht und gelöscht werden konnten.
Brandermittler der Polizei sollen die Sporthalle nun in den kommenden Tagen untersuchen. Zur Ursache des Feuers gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Auch zur Höhe des Schadens konnten Polizei und Feuerwehr zunächst keine Angaben machen.
Dichter Rauch zog in die Innenstadt
Schon beim Eintreffen der Feuerwehr stiegen große Rauchwolken über der Turnhalle auf. Der giftige Rauch zog zeitweise in Straßen der Innenstadt. Über Warn-Apps wurde die Bevölkerung deshalb aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Lüftungs- und Klimaanlagen auszuschalten und sich möglichst nicht im Freien aufzuhalten.
Die Einsatzkräfte warnten, dass Rauchgase unter anderem Atemwegsreizungen, Kreislaufprobleme und im schlimmsten Fall Bewusstlosigkeit verursachen können. Inzwischen wurde die Warnung wieder aufgehoben.
Warnung an Schaulustige
Die Hilfsorganisationen appellierten an Gaffer, das Gebiet rund um den Brandort zu verlassen. Schaulustige gefährdeten demnach nicht nur sich selbst, sondern behinderten auch die Arbeit der Einsatzkräfte und blockierten wichtige Zufahrtswege für Feuerwehr und Rettungsdienst.
Der Sanitäts-Einsatzleiter Michael Seitz schilderte nach dem Einsatz, dass teils sogar Menschen mit kleinen Kindern bis an die Einsatzstelle gekommen seien und im Rauch gestanden hätten. Das sei extrem gefährlich und für ihn völlig unverständlich. Rauchgase könnten die Gesundheit auch dann schädigen, wenn die Gefahr nicht sofort sichtbar oder spürbar sei. Sein Appell: Einsatzstellen meiden, Abstand halten und Zufahrtswege freilassen.
Nach Angaben der Hilfsorganisationen hatten sich die Einsatzkräfte zunächst auf deutlich mehr Betroffene eingestellt, weil der Rauch in ganze Straßenzüge gedrückt wurde. Am Ende verlief die Lage jedoch glimpflicher als zunächst befürchtet: Nur drei Menschen mussten wegen der Rauchentwicklung ihr Haus vorübergehend verlassen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion