Bayerns Außenhandel wächst zu Jahresbeginn – trotz Rückschlägen bei Autos und USA-Geschäft
Der bayerische Außenhandel hat im ersten Quartal insgesamt zugelegt, obwohl die Autoexporte deutlich zurückgingen und auch die Ausfuhren in die USA schwächer ausfielen. Nach Angaben des Landesamts für Statistik stiegen die Exporte um 1,9 Prozent auf 57,5 Milliarden Euro. Die Einfuhren wuchsen jedoch mit plus 4 Prozent auf 57,9 Milliarden Euro noch kräftiger. Damit lagen die Importe erneut leicht über den Exporten, nachdem Bayern im Vorjahreszeitraum noch einen Handelsüberschuss erzielt hatte.
Besonders stark belastet wurde die Ausfuhr durch den Rückgang bei Pkw und Wohnmobilen. Dieser traditionell wichtige Bereich der bayerischen Exportwirtschaft schrumpfte um 12,6 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig gingen die Exporte in die USA um 18,9 Prozent auf 6 Milliarden Euro zurück. Beide Entwicklungen dürften zumindest teilweise zusammenhängen.
Dass die Exportbilanz trotzdem insgesamt ein Plus zeigt, ist auf Zuwächse in anderen Branchen und auf eine stärkere Nachfrage aus anderen Regionen zurückzuführen. Vor allem innerhalb der Europäischen Union legten die Ausfuhren deutlich zu: in die übrigen EU-Staaten stiegen sie um 9,7 Prozent auf 32,4 Milliarden Euro. Nach Österreich, Frankreich und Italien wurden jeweils Waren im Wert von mehr als 4 Milliarden Euro geliefert.
Sorge vor Belastungen in den nächsten Monaten
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, sieht die aktuellen Zahlen zwar positiv, mahnt aber zur Vorsicht. Der Anstieg der Exporte sei erfreulich, dürfe jedoch nicht überschätzt werden. Der Iran-Krieg und seine Folgen hätten die Energiekosten stark steigen lassen, globale Lieferketten gestört und damit die Weltwirtschaft belastet. Nach seiner Einschätzung dürften sich diese Entwicklungen in den kommenden Monaten negativ in den Handelszahlen niederschlagen.
Zudem wertet Brossardt es als Warnsignal, dass Bayern inzwischen wieder ein Handelsdefizit statt eines Überschusses aufweist. Das sei ein Hinweis darauf, wie stark die angespannte wirtschaftliche Lage im In- und Ausland an die Substanz gehe.
Europa bleibe für den bayerischen Export dabei ein wichtiger Stabilitätsfaktor. Gerade in Zeiten globaler Krisen und Umbrüche sei der europäische Binnenmarkt von zentraler Bedeutung, betonte Brossardt. Deshalb müsse dieser weiter gestärkt und vertieft werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion