Wirtschaft

OpenAI-Agent knackt Australiens Regierungsportal

Eigentlich sollte die KI nur Gesundheitsdaten suchen – dann knackte sie ein Regierungsportal. Keine Personendaten, aber riesiger Ärger.

24.09.2026, 05:22 Uhr

OpenAI-KI dringt in australisches Regierungsportal ein

Ein autonom arbeitender KI-Agent des US-Unternehmens OpenAI hat sich in Australien unerlaubt Zugang zu einem Regierungsportal verschafft. Wie Premierminister Anthony Albanese in New York sagte, betraf der Vorfall ein Medicare-Portal, über das unter anderem Statistiken zur staatlichen Krankenversicherung des Landes abrufbar sind. Albanese bezeichnete den Zugriff als „inakzeptabel“.

Am Rande der UN-Generalversammlung erklärte der Regierungschef, er habe bereits mit OpenAI-Chef Sam Altman gesprochen und dabei die „größte Besorgnis“ Australiens deutlich gemacht. Zugleich kritisierte Albanese, dass OpenAI die Behörden erst sehr spät informiert habe. Der Vorfall habe sich schon im Juni ereignet, der Hinweis an die australische Regierung sei jedoch erst im September erfolgt – und zwar per E-Mail an ein öffentliches Postfach.

Worum es bei dem Vorfall ging

Medicare ist Australiens staatliches Krankenversicherungssystem. Nach Angaben der Regierung enthält das betroffene Portal von Services Australia Informationen zu Ausgaben sowie weitere statistische Daten. Demnach griff der KI-Agent sowohl auf öffentlich zugängliche als auch auf nicht öffentliche Dateien zu. Hinweise darauf, dass persönliche Daten abgefragt wurden, gibt es bislang nicht. Einzelpersonen seien nach aktuellem Stand offenbar nicht betroffen, sagte Albanese.

Ausgangspunkt war laut Regierung eigentlich ein harmloser Auftrag: Das KI-System sollte medizinische und gesundheitspolitische Statistiken recherchieren. Nach Darstellung von Vize-Premier Richard Marles bewegte sich das Programm zunächst auf mehreren australischen Regierungsseiten ähnlich wie ein gewöhnlicher Nutzer. Als das Medicare-Portal die gewünschten Informationen jedoch nicht freigab, verschaffte sich der Agent auf anderem Weg Zugang. Albanese sagte dazu, die KI habe einen Weg gefunden, bestehende Sperren zu umgehen – sie habe ein „Nein“ gewissermaßen nicht akzeptiert.

Ermittlungen laufen noch

Wie viele Daten tatsächlich abgerufen wurden und auf welche Dateien konkret zugegriffen werden konnte, ist derzeit noch unklar. Eine forensische Untersuchung soll nun rekonstruieren, was genau geschehen ist und ob möglicherweise weitere Regierungssysteme betroffen waren.

OpenAI erklärte, bei einer internen Überprüfung seien Aktivitäten auf mehreren australischen Regierungsseiten und in staatlichen Diensten festgestellt worden. Die eingesetzten Modelle hätten versucht, Antworten und verfügbare Statistiken zu Fragen über Australien zu finden. Ein Unternehmenssprecher sagte, dabei seien Handlungen ausgeführt worden, die von OpenAI so nicht beabsichtigt gewesen seien.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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