Wirtschaft

Neue Typklassen: Für Millionen Autofahrer wird’s jetzt teuer

Warum Oldtimer oft spottbillig versichert sind – und teure Luxusautos bei Reparaturen und Typklassen richtig ins Geld gehen.

30.09.2026, 05:00 Uhr

Neue Typklassen für Millionen Autofahrer in Deutschland

Für 7,4 Millionen Autobesitzerinnen und Autobesitzer in Deutschland werden die Typklassen ihrer Fahrzeuge angehoben. In die Einstufung fließen unter anderem Unfallhäufigkeit und Reparaturkosten ein. Gleichzeitig profitieren 5,1 Millionen Versicherte von einer günstigeren Bewertung, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilte. So wird etwa der VW T7 Multivan 2.0 TDI in der Haftpflicht um zwei Klassen besser eingestuft, während der Citroën C5 1.2 um zwei Klassen nach oben rückt.

33.860 Modelle fließen in die Berechnung ein

Diese Beispiele zeigen nur einen kleinen Ausschnitt: Insgesamt bewerten die Versicherer 33.860 Fahrzeugmodelle. Berücksichtigt werden sämtliche in Deutschland zugelassenen Autotypen, darunter auch viele ältere und historische Fahrzeuge.

Die Haftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die Fahrer anderen zufügen. Die Teilkasko springt zusätzlich etwa bei Hagelschäden, Wildunfällen oder Diebstahl ein. Wer auch selbst verschuldete Schäden am eigenen Wagen absichern will, braucht eine Vollkaskoversicherung.

Das System der Typklassen ist differenziert aufgebaut. In der Haftpflicht gibt es 16 Klassen von 10 bis 25, in der Vollkasko sogar 25 Klassen von 10 bis 34. Für die meisten Fahrzeughalter ändert sich allerdings nichts: Gut zwei Drittel behalten ihre bisherige Einstufung.

Teure Reparaturen treiben die Kaskoklasse nach oben

Nach Angaben des GDV gilt als Faustregel: Je teurer ein Fahrzeug und seine Ersatzteile sind, desto höher fällt meist die Kasko-Typklasse aus. Günstige Kleinwagen schneiden häufig besser ab. So ist der Renault Twingo in der Vollkasko in Klasse 10 eingestuft, der Fiat Panda in Klasse 11.

Besonders ungünstig eingestuft sind in Teil- und Vollkasko mehrere Porsche-911-Carrera-Modelle aus verschiedenen Jahrgängen. Auffällig ist dabei: In der Haftpflicht sind dieselben Porsche-Modelle sämtlich in der niedrigsten Typklasse 10 eingeordnet. Das deutet darauf hin, dass ihre Fahrer vergleichsweise selten in Unfälle verwickelt sind. An der Spitze der ungünstigsten Haftpflicht-Einstufungen stehen dagegen mehrere Sportmodelle von Range Rover.

Oldtimer wie Isetta, Goggomobil und 2CV besonders günstig

Besonders niedrige Typklassen in allen Sparten haben historische Kleinwagen. Dazu zählen die in den 1950er Jahren populäre BMW Isetta, auch „Knutschkugel“ genannt, das Goggomobil sowie der Citroën 2CV, besser bekannt als „Ente“.

Diese Modelle sind in allen drei Arten der Kfz-Versicherung in die niedrigste Typklasse 10 eingestuft. Warum genau sie so günstig abschneiden, wurde laut GDV nicht gesondert untersucht. Eine naheliegende Erklärung: Von diesen Fahrzeugen sind nur noch wenige zugelassen, sie werden meist sorgsam gepflegt und eher selten gefahren.

Nicht nur das Modell beeinflusst den Beitrag

Die Typklasse ist nur ein Baustein bei der Berechnung der Kfz-Versicherung. Ebenfalls wichtig ist der Wohnort, der über die sogenannte Regionalklasse in den Beitrag einfließt.

Auch das Alter der Fahrerinnen und Fahrer spielt eine große Rolle. Sehr junge Menschen und ältere Personen ab etwa Mitte 60 verursachen statistisch häufiger Unfälle als Menschen mittleren Alters. Entsprechend fallen die Versicherungsbeiträge für diese Gruppen meist höher aus, während sie in der Lebensmitte oft deutlich günstiger sind.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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