Wirtschaft

MTU kaum zu bremsen: Auftragsbücher prall gefüllt

Industriekrise überall? Nicht bei MTU: Warum ausgerechnet Rüstung und Luftfahrt boomen, überrascht selbst Experten.

29.10.2026, 11:53 Uhr

MTU steigert Umsatz und Gewinn trotz globaler Unsicherheiten

Der Triebwerksbauer MTU hat trotz eines angespannten weltwirtschaftlichen Umfelds erneut solide Geschäftszahlen vorgelegt. In den ersten neun Monaten erhöhte sich der Umsatz des Münchner Dax-Unternehmens um 13 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente der Konzern mit 751 Millionen Euro rund 4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Auch wenn die zivile Luftfahrt derzeit unter den Folgen des Kriegs mit dem Iran und hohen Treibstoffkosten steht, zeigt sich das bei MTU bislang kaum. Grund dafür sind die langen Planungs- und Produktionszyklen in der Luftfahrtbranche. Vorstandschef Johannes Bussmann sieht das Unternehmen deshalb weiter auf Kurs und hob den Ausblick für das laufende Jahr leicht an.

Hohe Auslastung durch volle Auftragsbücher bei Airbus und Boeing

Zu den wichtigsten Kunden von MTU zählen Airbus und Boeing. Da zwischen Bestellung und Auslieferung eines Flugzeugs oft mehrere Jahre liegen, wirken sich kurzfristige Belastungen nur begrenzt aus. Beide Flugzeugbauer verfügen weiterhin über umfangreiche Bestellungen, was auch bei MTU für eine hohe Auslastung sorgt.

Wie Bussmann erklärte, seien kurzfristige Markteffekte deshalb derzeit von geringerer Bedeutung. Ende September lag der Auftragsbestand des Unternehmens bei knapp 30 Milliarden Euro und damit auf dem Niveau des Vorjahres.

Wachstum in allen Geschäftsfeldern erwartet

MTU entwickelt seine Triebwerke gemeinsam mit Partnern, vor allem mit dem US-Konzern Pratt & Whitney. Neben dem zivilen Geschäft ist das Unternehmen auch im militärischen Bereich aktiv und produziert sowie wartet unter anderem Antriebe für den Eurofighter.

Sowohl die zivile als auch die militärische Sparte entwickelten sich positiv. Besonders stark lief im zivilen Geschäft erneut der Bereich Wartung und Instandhaltung. Für das Gesamtjahr rechnet MTU in allen vier Segmenten – ziviles Neugeschäft, Ersatzteile, Wartung und Militär – mit zweistelligen Umsatzzuwächsen.

Bislang hatte der Konzern für 2024 Erlöse zwischen 9,2 und 9,7 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Nun peilt MTU am unteren Ende mindestens 9,5 Milliarden Euro an. Rückenwind kommt dabei auch vom stärkeren US-Dollar, der sich im Jahresverlauf positiv auf das Geschäft auswirkt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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