Nürnberg zeigt Bundesliga-Format, belohnt sich gegen Leverkusen aber nicht
Wie nah der 1. FC Nürnberg einer Rückkehr in die Bundesliga ist, ließ der Zweitligist im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen phasenweise eindrucksvoll erkennen. Die Franken führten gegen den Favoriten bereits mit 2:0, mussten sich am Ende jedoch trotz eines mutigen Auftritts mit 2:5 geschlagen geben. Anerkennung gab es dennoch vom Gegner. Leverkusens Jonas Hofmann meinte, Nürnberg könne durchaus ein Team sein, das in der kommenden Saison in der Bundesliga auftaucht.
Vor allem in der ersten Halbzeit brachte der Tabellenzweite der 2. Liga den Deutschen Meister und Pokalsieger von 2024 erheblich unter Druck. Nürnbergs Trainer Miroslav Klose fand das Endergebnis etwas zu deutlich. Nach seiner Einschätzung zeigte seine Mannschaft insbesondere vor der Pause, dass sie auch mit einem Gegner dieser Klasse mithalten kann.
Lob vom Gegner, aber auch klare Hinweise auf offene Baustellen
Auch Leverkusens Trainer Carles Martínez sah die Leistung der Nürnberger positiv. Besonders das Offensivspiel der Gastgeber hob der Spanier hervor. Seine Mannschaft sei von Beginn an gewarnt gewesen, sagte der 42-Jährige, und machte deutlich, wie gefährlich Nürnberg werden könne, wenn der Gegner nicht voll konzentriert sei. Für den mutigen Auftritt sprach er den Franken ausdrücklich Anerkennung aus.
So stark Nürnberg über weite Strecken auch spielte, im weiteren Verlauf wurde ebenso sichtbar, woran die Mannschaft noch arbeiten muss. Klose verwies vor allem auf den Gegentreffer kurz vor der Halbzeitpause, der sein Team aus dem Rhythmus gebracht habe. Letztlich sei die hohe Qualität der Leverkusener, vor allem bei ruhenden Bällen, entscheidend gewesen.

Besonders schmerzhaft dürften aus Nürnberger Sicht die Gegentore nach Standards gewesen sein. In der Bundesliga hatte Leverkusen zuvor sämtliche 16 Treffer aus dem laufenden Spiel erzielt. Gegen den FCN fielen dann aber gleich zwei Tore nach Ecken, dazu kam ein Treffer per Elfmeter sowie ein weiteres Tor nach einer abgewehrten Standardsituation. Kapitän Jan Reichert betonte, dass drei Gegentreffer nach Standards eindeutig zu viel seien und man dies künftig besser verteidigen müsse.
Trotz Niederlage mit Zuversicht in den Liga-Alltag
Die Enttäuschung über das Pokal-Aus war bei Klose dennoch spürbar. Er sprach davon, dass man in diesem Wettbewerb natürlich auf eine besondere Auslosung hoffe und möglichst lange dabei bleiben wolle. Nun müsse der Fokus aber schnell wieder auf die Liga gerichtet werden, denn mit dem Auswärtsspiel beim FC St. Pauli wartet bereits die nächste anspruchsvolle Aufgabe.
Gleichzeitig kann Nürnberg aus dem Auftritt in Leverkusen viel Positives mitnehmen. Reichert zog das Fazit, dass die Mannschaft trotz der Niederlage erhobenen Hauptes die Heimreise antreten könne. Der couragierte Auftritt gegen einen Spitzenclub soll Selbstvertrauen für die kommenden Wochen geben. Vielleicht gibt es schon im nächsten Jahr ein Wiedersehen mit Bayer Leverkusen – nicht nur im Pokal, sondern womöglich auch wieder in der Bundesliga.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber