Fußball

Trotz «Weltklasse»: Für Münchnerinnen wird’s heikel

Bühl zweifelt an Bayerns Weltklasse – der Trainer kontert. Nach dem Real-Remis droht den Münchnerinnen ein heikler CL-Rückschlag.

29.10.2026, 11:04 Uhr

José Barcala wollte nach dem 2:2 (1:2) des FC Bayern gegen Real Madrid in der Champions League vor allem eines betonen: Für ihn sind die Münchnerinnen bereits ein Team von Weltformat. Der Trainer reagierte damit auf die Frage, was seiner Mannschaft noch fehle, um endgültig zur absoluten Spitze zu zählen. Kurz zuvor hatte Klara Bühl selbst eingeräumt, dass dem Team womöglich noch ein letzter Schritt fehle, um solche Spiele konsequent für sich zu entscheiden.

Das Unentschieden war nach dem 2:2 zum Auftakt gegen Manchester City und dem 3:0 in Lissabon gegen Benfica bereits das zweite Remis vor eigenem Publikum. Dadurch steht Bayern in der Champions League derzeit nur bei fünf Punkten. In der Tabelle fiel der deutsche Meister damit aus den ersten vier Plätzen, die direkt den Einzug ins Viertelfinale bedeuten. Die Teams auf den Rängen fünf bis zwölf müssen dagegen den Umweg über die Playoffs nehmen.

Mahmutovic: Deutlich mehr drin gewesen

Für Bühl und ihre Mitspielerinnen wird die Ausgangslage damit komplizierter. Es warten noch Auswärtspartien bei Paris Saint-Germain und Austria Wien, ehe im Dezember zum Abschluss der Hauptrunde Titelverteidiger FC Barcelona nach München kommt. Torhüterin Ena Mahmutovic haderte nach dem Spiel mit der Chancenverwertung. Aus ihrer Sicht hätte Bayern längst bei neun Punkten stehen können. Gegen Real sei sogar ein klarerer Sieg möglich gewesen.

Barcala verzichtete nach der Partie im Sportpark Unterhaching auf Rechenspiele. Stattdessen stellte er die Moral seiner Mannschaft heraus, die nach einem frühen 0:2-Rückstand eindrucksvoll zurückkam. Edna Imade erzielte in der 31. Minute den Anschlusstreffer, Momoko Tanikawa glich in der 52. Minute aus. Danach war sogar der Sieg greifbar, doch mehrere vielversprechende Angriffe wurden nicht konsequent zu Ende gespielt.

Bayern München - Real Madrid
Edna Imade und Pernilla Harder jubelten über den 1:2-Anschlusstreffer. Quelle: Harry Langer/dpa

Barcala lobt Mentalität und Qualität

Der Bayern-Coach sah in der Leistung viele positive Ansätze. Seine Mannschaft arbeite weiter daran, in einzelnen Bereichen noch besser zu werden, sagte der Spanier. Für ihn sei Bayern aber schon jetzt ein Weltklasse-Team, weil es über Spielerinnen mit höchster Qualität verfüge und gegen Real eine ausgeprägte Siegermentalität gezeigt habe.

Nach seiner Einschätzung wären viele andere Teams nach einem solchen Rückstand eingebrochen oder hätten emotional den Faden verloren. Bayern habe dagegen Standfestigkeit bewiesen, zahlreiche gute Phasen gehabt und sich viele Möglichkeiten erarbeitet. Genau darauf könne die Mannschaft stolz sein.

Den Begriff „Weltklasse“ verwendete Barcala dabei mehrfach: sowohl für Nationalspielerin Bühl als auch für Tanikawas sehenswerten Ausgleich, den die Japanerin mit einem starken Schlenzer erzielte.

Bühl mahnt weiteren Entwicklungsschritt an

Klara Bühl selbst äußerte sich vorsichtiger. Sie sprach davon, dass Bayern den Schritt von einer sehr starken Mannschaft hin zu einem echten Weltklasse-Team noch vollziehen müsse. Dafür brauche es Fortschritte als Kollektiv, aber auch von jeder einzelnen Spielerin. Daran werde täglich gearbeitet.

Viel Zeit zum Grübeln bleibt den Münchnerinnen allerdings nicht. Nach dem aus ihrer Sicht kleinen Dämpfer gegen Real wartet bereits am Sonntag das Achtelfinale im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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