Wirtschaft

Milliarden-Coup: Quantum Systems kassiert ab

1,2 Milliarden für Quantum: Der Drohnenbauer zündet die nächste Stufe – und ist plötzlich 8 Milliarden Dollar wert.

02.07.2026, 10:15 Uhr

Der deutsche Drohnenhersteller Quantum Systems hat in seiner bislang mit Abstand größten Finanzierungsrunde 1,2 Milliarden Dollar eingesammelt. Damit erhält das Unternehmen auf einen Schlag mehr Kapital als in den Jahren seit seiner Gründung 2015 zuvor zusammen.

Nach Angaben des Managements soll das frische Geld vor allem in die technische Weiterentwicklung fließen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Steuerungssoftware für unbemannte Systeme namens „Mosaic“. Bei einer Videopressekonferenz erklärte der Vorstand außerdem, dass sich die Bewertung des Unternehmens inzwischen auf acht Milliarden Dollar verdoppelt habe.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bezeichnete die Entwicklung des Unternehmens als „beeindruckende deutsche Gründergeschichte“. Gründer und Co-Vorstandschef Florian Seibel sprach zugleich von einem „stolzen Moment“ für Quantum Systems. Das zeige, dass nicht nur US-Unternehmen Finanzierungsrunden in dieser Größenordnung stemmen könnten.

Quantum Systems mit Sitz im oberbayerischen Gilching bei München entwickelt Drohnen für militärische und zivile Einsätze. Das Unternehmen baut Systeme für die Luft und für den Einsatz an Land. Zudem arbeitet die Firma an Über- und Unterwasserdrohnen. Im vergangenen Jahr erzielte Quantum Systems nach eigenen Angaben einen Umsatz von 300 Millionen Euro und arbeitet profitabel.

Die Systeme des Unternehmens werden unter anderem von den ukrainischen Streitkräften im Abwehrkrieg gegen Russland eingesetzt.

Wie Finanzvorstand Jonas Jarosch mitteilte, hat Quantum Systems seit der Gründung insgesamt zwei Milliarden Dollar von Investoren erhalten. Ob ein Börsengang geplant ist, ließ Seibel weiter offen.

Darüber hinaus prüft das Unternehmen den Einstieg in weitere Technologiefelder wie die Robotik. Seibel formulierte dabei ein äußerst ehrgeiziges Ziel: Quantum Systems könne sich aus seiner Sicht zu einem deutschen und europäischen 100-Milliarden-Dollar-Unternehmen entwickeln. Der Mitgründer ist ein früherer Bundeswehroffizier und Hubschrauberpilot.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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