Aigner gedenkt in Srebrenica der Opfer des Völkermords
Bei einem Besuch in Bosnien-Herzegowina hat Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) an die Opfer von Srebrenica erinnert. Zusammen mit dem Präsidium des Bayerischen Landtags besuchte sie die Gedenkstätte für die mehr als 8.000 Getöteten und legte dort einen Kranz nieder.
Im Austausch mit dem Leiter der Gedenkstätte, Emir Suljagic, sowie mit Munira Subasic, der Vorsitzenden des Vereins Mütter von Srebrenica, sagte Aigner, das Ausmaß der dort begangenen Verbrechen lasse sich wohl kaum vollständig begreifen. Zugleich hob sie hervor, wie wichtig Orte des Erinnerns seien — auch mit Blick auf die deutschen Erfahrungen mit Gedenkkultur.
Verbrechen von 1995
Im Juli 1995 ermordeten bosnisch-serbische Einheiten in Srebrenica im Osten des Landes mehr als 8.000 Menschen, überwiegend muslimische Männer und männliche Jugendliche. Internationale Gerichte stuften die Taten später als Völkermord ein. Das Massaker gilt als schwerstes Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Gespräche in Sarajevo
Aigner hält sich mit dem Landtagspräsidium für drei Tage in Bosnien-Herzegowina auf. Einer der wichtigsten Termine der Reise sollte am Nachmittag ein Treffen mit dem bosnischen Staatspräsidenten Denis Becirovic in Sarajevo sein.
Bereits zu Beginn des Besuchs hatte Aigner am Mittwoch den früheren Hohen Repräsentanten für Bosnien-Herzegowina, Christian Schmidt (CSU), getroffen. Schmidt hatte dieses internationale Amt seit 2021 ausgeübt. Nachdem er im Mai unter Druck aus den USA seinen Rückzug angekündigt hatte, ist er seit dem 1. Juli nicht mehr im Dienst.

EU-Beitritt nur mit weiteren Reformen
Bosnien-Herzegowina besitzt seit 2022 den Status eines EU-Beitrittskandidaten. Im Jahr 2024 beschloss der Europäische Rat die Aufnahme formeller Beitrittsgespräche. Voraussetzung für weitere Fortschritte sind jedoch umfassende Reformen, vor allem bei Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und der Bekämpfung von Korruption.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber