Wirtschaft

Merck überrascht: Kai Beckmann steigt ganz nach oben auf

Machtwechsel bei Merck: Kai Beckmann übernimmt nach Garijos Sanofi-Wechsel. Kann der Insider den Konzern jetzt retten?

01.05.2026, 04:30 Uhr

Kai Beckmann übernimmt Führung bei Merck

Beim Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck beginnt an diesem Freitag ein Führungswechsel: Kai Beckmann rückt offiziell an die Unternehmensspitze. Er folgt auf Belén Garijo, die künftig den französischen Pharmakonzern Sanofi leitet.

Der 60-jährige Beckmann war zuletzt Vizechef des Unternehmens sowie Leiter des Elektronikgeschäfts. Nun steht er vor der Aufgabe, Merck nach den schwierigen Jahren im Anschluss an den Corona-Boom wieder klarer auf Wachstum auszurichten.

Für den Diplom-Informatiker und promovierten Wirtschaftswissenschaftler ist der Vorstandsvorsitz der Höhepunkt einer langen Laufbahn bei dem traditionsreichen Familienunternehmen, dessen Geschichte bis ins Jahr 1668 zurückreicht. Beckmann, gebürtig aus Hanau, ist seit 1989 bei Merck tätig und gehört seit 2011 der Geschäftsleitung an.

Mehr als drei Jahrzehnte im Unternehmen

Zu seinen konkreten Zielen äußerte sich Beckmann zunächst nur allgemein. Er betonte, das breit aufgestellte Geschäft von Merck umfassend nutzen zu wollen. Das Portfolio reicht von Medikamenten und Laborausstattung bis hin zu Flüssigkristallen für Smartphone-Bildschirme und Materialien für die Halbleiterindustrie.

In früheren Funktionen hatte Beckmann bereits das Elektroniksegment geprägt und insbesondere das Geschäft mit der Chipbranche ausgebaut. Als Chief Administration Officer verantwortete er zudem Personal, IT und den Stammsitz des Konzerns.

Für Belén Garijo beginnt unterdessen ein neuer Abschnitt bei Sanofi. Die 65-Jährige hatte Merck seit Mai 2021 geführt und war damals die erste alleinige Vorstandsvorsitzende eines Dax-Konzerns. Während ihrer Amtszeit brachte Merck unter anderem die milliardenschwere Übernahme des US-Krebsspezialisten SpringWorks Therapeutics auf den Weg.

Allerdings blieb ein wichtiges Umsatzziel unerreicht: Die Marke von 25 Milliarden Euro bis 2025 ist außer Reichweite. Im vergangenen Jahr erzielte Merck etwas mehr als 21 Milliarden Euro Umsatz, zudem zeigt die Aktie seit geraumer Zeit Schwäche.

Aufsichtsratschef Michael Kleinemeier würdigte Garijos Arbeit mit dem Hinweis, sie habe das Unternehmen in einer Phase großer globaler Unsicherheiten gestärkt. Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass Beckmann mit seiner langjährigen Erfahrung im Konzern und seiner klaren Vorstellungskraft die nächste Wachstumsphase einleiten kann.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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