Gewerkschaften mobilisieren am 1. Mai bundesweit gegen Stellenabbau
Zum Tag der Arbeit rufen die Gewerkschaften in ganz Deutschland zu mehreren hundert Kundgebungen auf. Im Mittelpunkt stehen Proteste gegen Jobabbau und Einschnitte bei Sozialleistungen. Die Maifeiern stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“. Die zentrale Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes ist in Nürnberg geplant, wo DGB-Chefin Yasmin Fahimi sprechen will.
Die Gewerkschaften verlangen unter anderem den Erhalt des Acht-Stunden-Tags, stabile Sozialleistungen und eine verlässliche gesetzliche Rente. Außerdem setzen sie sich für eine stärkere Besteuerung großer Vermögen ein. Staatliche Unterstützung für Unternehmen soll es nach ihrer Vorstellung nur dann geben, wenn diese auch in Deutschland investieren.
Stiedl verlangt mehr Investitionen in bayerische Standorte
Der bayerische DGB-Vorsitzende Bernhard Stiedl kündigte einen Auftritt bei der Maikundgebung in Bamberg an. Bereits im Vorfeld übte er deutliche Kritik am Umgang vieler Unternehmen mit der wirtschaftlichen Krise. Aus seiner Sicht werde zu wenig in heimische Standorte investiert, während kurzfristige Gewinninteressen Vorrang hätten.
Stiedl sagte, massiver Personalabbau sei keine Lösung, sondern ein Zeichen von Führungsversagen. Von der bayerischen Staatsregierung forderte er eine klare industriepolitische Linie, um Betriebe und Arbeitsplätze im Freistaat dauerhaft zu sichern.
IG Metall kritisiert Debatten über Leistungskürzungen
Auch der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Horst Ott will am 1. Mai sprechen, bei einer Kundgebung in Ingolstadt, dem Standort von Audi. Er wirft Arbeitgeberverbänden sowie großen Teilen von CDU und CSU vor, mit ihrer Kritik an Beschäftigten gezielt Stimmung zu machen.
Ott wandte sich gegen Debatten über Karenztage und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Stattdessen brauche Bayern aus seiner Sicht mehr Investitionen in Zukunftstechnologien. Zugleich kritisierte er, dass zahlreiche Unternehmen die bisherige Sozialpartnerschaft infrage stellten und Werke schlossen, obwohl die Beschäftigten zuvor bereits Belastungen akzeptiert hätten.
Darüber hinaus sprach sich Ott für höhere Steuern auf sehr große Vermögen und Erbschaften aus.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion