Wirtschaft

Apple: Speicherchips plötzlich viel teurer

Selbst Apples Lieferkette gerät ins Wanken: Der KI-Boom trifft den iPhone-Riesen hart – und auch beim Mac lag Cook daneben.

01.05.2026, 01:29 Uhr

Der starke Preisanstieg bei Speicherchips setzt auch Apple unter Druck, obwohl der iPhone-Hersteller bislang als besonders widerstandsfähig bei der Beschaffung galt. Konzernchef Tim Cook sagte, Apple müsse im laufenden Quartal mit deutlich höheren Kosten für Speicher rechnen. Auch in den kommenden Monaten dürften die steigenden Preise das Geschäft zunehmend belasten.

Seit geraumer Zeit treibt vor allem die enorme Nachfrage nach Speicherbausteinen für KI-Rechenzentren die Preise nach oben. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht, da der Ausbau neuer Produktionskapazitäten Jahre in Anspruch nimmt.

Apple kämpft derzeit gleich an mehreren Fronten mit Chipengpässen. Zum einen hatte der Konzern die Nachfrage nach iPhones und einigen Mac-Modellen unterschätzt, die bei Entwicklern für Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz besonders gefragt sind.

Cook zufolge wird es noch mehrere Monate dauern, bis Apple die hohe Nachfrage wieder vollständig bedienen kann. Auch das preisgünstigere MacBook Neo verkaufte sich besser als erwartet. Gleichzeitig ist es selbst für einen Großkunden wie Apple schwierig, kurzfristig ausreichend Kapazitäten für die Fertigung moderner Chipsysteme zu sichern. Diese Engpässe hätten das Geschäft mit iPhones und Macs zuletzt gebremst, betonte Cook.

Weiter kräftiges Wachstum

Trotz dieser Probleme legte Apple im vergangenen Quartal deutlich zu. Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um gut 19 Prozent auf 29,58 Milliarden US-Dollar.

Der Umsatz mit dem iPhone erhöhte sich um fast 22 Prozent auf knapp 57 Milliarden Dollar. Damit blieb Apple jedoch leicht unter den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit rund 57,2 Milliarden Dollar gerechnet hatten. An der Börse wurden die Lieferprobleme jedoch offenbar als nachvollziehbare Erklärung gewertet: Nach einem zunächst schwächeren Start im nachbörslichen Handel drehte die Aktie nach Cooks Aussagen ins Plus und gewann rund drei Prozent.

Auch beim Gesamtumsatz übertraf Apple die Prognosen. Die Erlöse kletterten um 17 Prozent auf 111,2 Milliarden Dollar. Besonders stark entwickelte sich erneut das Servicegeschäft, zu dem unter anderem Musik-Abonnements, Streaming-Angebote und Cloud-Speicher zählen. In diesem Bereich stiegen die Einnahmen um 16 Prozent auf knapp 31 Milliarden Dollar.

Mögliche Rückzahlungen bei Zöllen

Cook erklärte zudem, dass Apple mögliche Rückzahlungen von US-Importzöllen innerhalb der USA investieren wolle. Hintergrund ist ein Urteil des Obersten Gerichts, das einem großen Teil der von Präsident Donald Trump eingeführten Zölle die rechtliche Grundlage entzog. Ob und wann es tatsächlich zu Rückzahlungen kommt, ist allerdings offen. Investor und Branchenkenner Gene Munster schätzt, dass Apple in diesem Fall etwa fünf Milliarden Dollar erhalten könnte.

Kurzer Auftritt des designierten Nachfolgers

Bei der Analystenkonferenz zu den Quartalszahlen trat auch John Ternus kurz auf. Der bisherige Hardware-Chef soll am 1. September die Führung von Tim Cook übernehmen. Ternus betonte, dass er finanzielle Entscheidungen ebenso umsichtig treffen wolle wie sein Vorgänger.

Auf ihn wartet unter anderem die Aufgabe, die von Apple schon vor fast zwei Jahren angekündigte, mit Künstlicher Intelligenz verbesserte Version von Siri endlich auf die Geräte der Nutzer zu bringen. Cook bekräftigte, dass die Einführung der Software noch in diesem Jahr geplant sei.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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