Wirtschaft

Musks KI-Firma trainierte offenbar mit OpenAI-Modellen

Hat Musk heimlich OpenAI-KI für xAI genutzt? Unter Eid musste der Tech-Milliardär nun eine heikle Frage beantworten.

01.05.2026, 02:02 Uhr

Musk räumt Nutzung von OpenAI-Technik bei xAI ein

Elon Musk hat vor Gericht bestätigt, dass seine KI-Firma xAI bei der Entwicklung eigener Modelle auch auf Technik von OpenAI zurückgegriffen hat. Dabei geht es um das sogenannte „Destillieren“ von Modellen: Neue KI-Systeme werden anhand der Ergebnisse bereits existierender Modelle trainiert. Diese Methode wird vor allem von kleineren Anbietern genutzt, um Entwicklungszeit und Kosten zu senken.

Musk machte die Aussage als Zeuge in dem Rechtsstreit, den er selbst gegen OpenAI-Mitgründer Sam Altman angestoßen hat. Auf die Frage eines Anwalts der Gegenseite, ob xAI OpenAI-Modelle auf diesem Weg verwendet habe, wich Musk zunächst aus und sagte, dies sei in der Branche allgemein üblich. Erst nach weiterem Nachhaken antwortete er unter Eid, dass dies teilweise der Fall gewesen sei.

Konflikt über die Struktur von OpenAI

Im Zentrum des Verfahrens steht Musks Vorwurf, Altman und OpenAI-Manager Greg Brockman hätten eine ursprünglich gemeinnützige Organisation in eine gewinnorientierte Struktur überführt. Musk gehörte selbst zu den Mitgründern von OpenAI, das einst mit dem Anspruch gestartet war, KI zum Nutzen der Menschheit zu entwickeln.

Nach Musks Darstellung liegt der eigentliche Wert des Unternehmens inzwischen in dem profitorientierten Teil von OpenAI. Das Unternehmen weist diesen Vorwurf zurück und betont, die Kontrolle liege weiterhin beim Non-Profit-Kern.

Musk hatte den Verwaltungsrat von OpenAI bereits 2018 verlassen und zwei Jahre später seine Unterstützung vollständig beendet. Während der Befragung legte die OpenAI-Seite E-Mails und Nachrichten vor, die nahelegen sollen, dass Musk schon 2017 selbst Einfluss auf einen gewinnorientierten Teil von OpenAI nehmen wollte. Auch das Ende seiner regelmäßigen Zahlungen von fünf Millionen Dollar pro Quartal wertete die Gegenseite als Druckmittel. Musk entgegnete, er habe damals Zweifel an den Absichten von Altman und Brockman entwickelt.

Angespannte Aussagen im Gerichtssaal

Mit seiner Klage verlangt Musk nicht nur personelle Konsequenzen für Altman und Brockman, sondern auch eine Neuordnung der Unternehmensstruktur von OpenAI. OpenAI wiederum wirft ihm vor, mit dem Verfahren einen wichtigen Konkurrenten seiner Firma xAI schwächen zu wollen.

Bei der zweitägigen Vernehmung zeigte sich Musk mehrfach gereizt. Er warf dem Anwalt von OpenAI vor, ihn mit den Fragen in eine Falle locken zu wollen. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers erinnerte ihn zeitweise daran, dass er nicht selbst als Anwalt auftrete. Ausgerechnet Musks eigener Rechtsbeistand war während der Befragung mehrfach unterbrochen worden, weil er dem Zeugen mit suggestiven Fragen bestimmte Antworten nahegelegt haben soll.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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